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| 02:32 Uhr

Grummeln vor der großen Stadt-Fete

Prägend für die bald 700-jährige Stadt: Der Turm der Nikolaikirche und die Türme des Schlosses, fotografiert vom Spreewaldhaus in der Neustadt.
Prägend für die bald 700-jährige Stadt: Der Turm der Nikolaikirche und die Türme des Schlosses, fotografiert vom Spreewaldhaus in der Neustadt. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Die erste Finanzschätzung der Stadt Lübbenau für das Jubiläumsjahr 2015 sorgt für Diskussionen. Die Abgeordneten sollen für die Vorbereitungen und das Festjahr zum 700. Geburtstag Lübbenaus 280 000 Euro bewilligen. Jan Gloßmann

Das kommt nur alle hundert Jahre vor: Lübbenau feiert Stadtjubiläum, 2015 wird das sein. Die Stadt ist dann 700 Jahre alt, zumindest ist sie 1315 bei einer Verkaufsverhandlung in Luckau erstmals erwähnt worden.

Manch Lübbenauer freut sich schon jetzt auf das Fest, das sich speziell den Bürgern der Stadt widmen soll. Deren Abgeordneten aber bleibt jetzt neben Vorfreude auch ein leichtes Magengrummeln. Insgesamt 280 000 Euro veranschlagt die Stadtverwaltung an Kosten. 200 000 Euro sollen ins Programm fließen, 80 000 Euro werden für zwei befristete Stellen im Rathaus benötigt, deren Inhaber die Fest-Vorbereitungen koordinieren sollen. Diese Zahlen hat Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) jetzt den Abgeordneten vorgelegt, mit einem Ziel: "Wir brauchen eine überzeugende Mehrheit, sonst sollten wir die Finger davon lassen." Ohne das Geld werde es kein Fest mit einem umfangreichen Jahresauftakt samt öffentlichem Grillen und Feuerwerk, mit Festwoche im Frühsommer und - krönender Abschluss - einer nachgestellten Verkaufsverhandlung im September in Luckau und Lübbenau geben. Dann werden die üblichen Feste gefeiert, die ein bisschen aufs Jubiläum hinweisen.

"Wenn man ein Jubiläumsfest will, dann kostet das Geld", sagt Thomas Fron, Fraktionschef der Linken. Dennoch habe man "ein gewisses Problem" mit der Höhe der Kosten. Die Gretchenfrage für die CDU ist offenbar, welche Auswirkungen die Fest-Finanzen auf andere Vorhaben in der Stadt haben könnten. Aktuelles Beispiel ist die Diskussion um Arbeiten an und in der Traugott-Hirschberger-Grundschule. Eine Verknüpfung von Vorhaben, die aber nicht jedem schmeckt, weil sie keinem gerecht werde. So warnt SPD-Fraktionschef Holger Bartsch davor, solche Dinge gegeneinander auszuspielen.

Derweil reifen im Rathaus schon Ideen für das Festjahr. In regelmäßigen Atelier-Treffs werden sie auch öffentlich besprochen (siehe Kasten), um die einzubeziehen, die das meiste vom Fest haben sollen: die Lübbenauer. "Unsere größte Herausforderung ist es, die Lübbenauer zu begeistern", sagt denn auch Bürgermeister Wenzel - eben nicht nur zum Feiern, sondern zum Vorbereiten. Im Rathaus führt Peter Lippold im Kulturamt die Regie fürs Jubiläum und weitere Veranstaltungen. Er kennt die finanziellen Relationen: Ein Spreewald- und Schützenfest kostet brutto 76 000 Euro.

Zum Thema:
Anlässlich des Stadtjubiläums 2015 soll ein "Lübbenauer Musical" entstehen. Darin soll die Entwicklung der Stadt über die Jahrhunderte dargestellt werden - von der Waldsiedlung zur Kraftwerks- und Touristen-Stadt.Ein erstes Gespräch über Ideen und Vorstellungen zu diesem Musical wird es am 5. Juni geben. Im Atelier des Kulturzentrums Gleis 3 sind die Pläne Schwerpunkt der öffentlichen Beratung. Beginn ist um 17 Uhr.