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| 02:48 Uhr

Grüne tragen Eisenschlammpläne für Altdöberner See bei EU vor

Der Altdöberner See gilt als der sauberste unter den Tagebaufolgeseen.
Der Altdöberner See gilt als der sauberste unter den Tagebaufolgeseen. FOTO: Jan Augustin
Altdöbern. Die Kritik an den Plänen des staatlichen Bergbausanierers Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft, Eisenhydroxidschlamm (EHS) in den Altdöberner See einzuleiten, reißt nicht ab. "Der Altdöberner See darf nicht zum Versuchslabor der LMBV verkommen", teilt der umweltpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion, Benjamin Raschke, mit. Jan Augustin

Aus den Antworten einer Anfrage an die Landesregierung gehe hervor, "dass noch niemand weiß, welche ökologischen und möglicherweise toxischen Reaktionen verklappte Eisenhydroxidschlämme in Tagebauseen hervorrufen". Die ökologischen und finanziellen Auswirkungen müssten jedoch die Grundlage für die Entscheidung über den Umgang mit EHS sein.

Die bergbaupolitische Sprecherin der Grünen, Heide Schinowsky, forderte die Landesregierung auf, die LMBV auf eine ergebnisoffene Prüfung der Verwertungsmöglichkeiten zu drängen. "Allen ist klar, dass eine Verwertung von Schlämmen mit hohem Organik- und Sedimentanteil heute noch nicht wirtschaftlich ist. Umso wichtiger ist es, die Forschung dazu voranzutreiben. Leider haben SPD und Linke unseren Haushaltsantrag abgelehnt, genau solche Untersuchungen zu unterstützen", so Schinowsky. Zudem müsse überprüft werden, ob mit der Verspülung gegen das Verschlechterungsverbot der EU-Wasserrahmenrichtlinie verstoßen werde. Sie werde daher das direkte Gespräch mit der EU suchen.

Die LMBV hatte Anfang März die Pläne in Altdöbern vorgestellt. Demnach werde geprüft, ob die jährlich anfallenden etwa 72 000 Kubikmeter EHS in den See gepumpt werden können. Der Altdöberner See eigne sich wegen seiner großen Tiefe (70 Meter), des großen Volumens (etwa 300 Millionen Kubikmeter), wegen seines neutralen pH-Wertes und der zentralen Lage im Sanierungsgebiet.

Der nächste öffentliche Stammtisch der Bürgerinitiative Altdöberner See findet am Freitag, 28. August, ab 19 Uhr in der Kunstscheune Pritzen statt. Das Thema: "Wirtschaftliche und soziale Folgen eines Deponiestandortes Altdöberner See".