Recht zufrieden durfte GWG-Aufsichtsratsvorsitzende Margitta Mathan vergangene Woche bei der Vertreterversammlung sein. Konnten sich doch die Zahlen der Genossenschaft für das Jahr 2014 durchaus sehen lassen: Restschulden deutlich unter dem brandenburgischen Durchschnitt, nur knapp über vier Prozent Leerstand, ein ansehnlicher Jahresüberschuss und eine Investitionsquote von 650 000 Euro. Im laufenden Jahr sind obendrein mehr Neuvermietungen als Kündigungen zu verbuchen gewesen.

Damit die Zahlen gut bleiben, investiert die GWG auch 2016 maßvoll weiter in den Bestand. "Instandhaltung" und "Modernisierung" sind dabei die Schlagwörter. 610 000 Euro sind es diesmal, die dafür aufgewendet werden.

Erneut, so Vorstand Holger Siebert, werden Aufzüge in Fünfgeschosser eingebaut, um drohendem Leerstand in den oberen Etagen vorzubeugen. In der Werner-Seelenbinder-Straße sollen die Hauseingänge 4 und 5 mit einem Fahrstuhl ausgestattet werden. Zwei weitere Anlagen sind für den GWG-Wohnblock in der Alexander-von-Humboldt-Straße mit den Hausnummern 16 bis 28 vorgesehen.

Die Kosten werden nur zum Teil auf die Mieter umgelegt. Im Durchschnitt, so Holger Siebert, bleibt es bei der GWG bei vier Euro Kaltmiete. In einem Bestand, der durchgehend saniert ist. Die Genossenschaftsmitglieder sollen weiterhin gern bei der GWG wohnen. Dazu würden auch das Bäderprogramm, die Erneuerung von Heizungsanlagen und der Bau von Fahrradhäusern beitragen, in denen die Genossenschaftsmitglieder auch ihre Rollatoren abstellen und ihre elektrischen Rollstühle aufladen können.

Instandhalten und Modernisieren allein jedoch, das sagt Holger Siebert sagt ganz klar, reiche auf lange Sicht nicht aus. In den kommenden Jahren werde man sich bei der GWG, wie auch bei allen anderen Wohnungsunternehmen in der Region, wieder mit dem Thema Rückbau befassen müssen. Grund dafür sei die demografische Entwicklung. Zwischen 1935 und 1950 geborene Genossenschaftler machten einen hohen Anteil unter den Hausbewohnern aus. Wenn die GWG diese Genossenschaftsmitglieder irgendwann verliert, lasse sich ein Bestand von knapp 2000 Wohnungen nicht halten.

Kommentar: Rezepte gegen den Leerstand

Zum Thema:
Bei der Unterbringung von Flüchtlingen sieht sich die Wohnungsbaugenossenschaft in Lübbenau derzeit nicht gefordert. Laut Satzung ist die GWG zunächst ihren Mitgliedern verpflichtet. Dennoch könnten Flüchtlinge sowohl als Mitglieder aufgenommen als auch mit Wohnraum versorgt und bei der Integration unterstützt werden, wie vergangene Woche bei der Vertreterversammlung deutlich gemacht wurde.