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Nach dem Brandenburger Dorf- und Erntefest
Großes Dankeschön im Hafenhotel

Detlef Krüger hat zu den ersten Käufern der Film-DVD gehört, die er
hier aus den Händen von Franziska Riemann entgegennimmt.
Detlef Krüger hat zu den ersten Käufern der Film-DVD gehört, die er hier aus den Händen von Franziska Riemann entgegennimmt. FOTO: Peter Becker / Becker Peter
Raddusch. Bürgermeister Bengt Kanzler hat das Engagement der Radduscher beim Dorf- und Erntefest gewürdigt. An beiden Festtagen waren 20 Höfe geöffnet.

Stadtverwaltung und Ortsvorstand haben in das Radduscher Hafenhotel eingeladen, um sich bei den Akteuren für die Organisation des Brandenburger Dorf- und Erntefestes zu bedanken. „Durch ihre Arbeit haben Sie wesentlich dazu beigetragen, den Ort Raddusch und damit auch die Stadt Vetschau bekannter zu machen“, sagte Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). „Über 34 000 Besucher wurden an beiden Tagen gezählt, und alle zeigten sich zufrieden. Es gab viel Lob und Anerkennung – das ist ihr Verdienst, liebe Radduscherinnen und Radduscher“, sagte Bengt Kanzler.

Ortsvorsteher Ulrich Lagemann bedankte sich seinerseits bei der Stadt für die  Unterstützung, namentlich bei Franziska Riemann, die die Fäden in der Hand hielt. „Der Ort war noch nie so schön, wie kurz vor dem Fest. Der Bauhof hat hier ganze Arbeit geleistet“, so Lagemann. Stellvertretend für die zahlreichen aktiven Radduscher nannte er Werner Buchan, Undine Ast und Manfred Kliche.

An beiden Festtagen waren über 20 Höfe geöffnet. Einer davon war der von Familie Grabitz. Er war auch der erste, den die Besucher vom Parkplatz an der L 49 kommend, erreichten. Hier wurde das Federnschleißen gezeigt. „Manch‘ Städter wirkte etwas pikiert und fragte, wie viele Tiere denn für die Federn eines Kopfkissens sterben mussten – wir haben auch viel Aufklärungs- und Bildungsarbeit leisten müssen“, erzählte Viola Grabitz nachsichtlich lächelnd. „Fast nebenbei gingen noch 15 Eimer Plinsteig weg, auch 15 Blechkuchen waren irgendwann mal alle. Vom Fest haben wir sehr wenig mitbekommen. Nur abends reichte es mal für einen kurzen Gang an die nahe Festbühne“, ergänzte sie.

Am anderen Dorfende hatten Holzschnitzkünstler auf dem Gelände des Gasthofs zum Slawen gewerkelt. Lech Beben aus Nowa Sol (Polen) und Andreas Metzler aus Sachsen-Anhalt zeigten ihre Fertigkeiten. Sie waren es auch, die Spreewälder Symbolfiguren am Weg zum Hafen schufen. Gastwirt Matthias Mutschke hatte die Kosten für die Figur des Schlangenkönigs übernommen – eine sehr gelungene übergroße Skulptur. „Viele Besucher des Festes haben mir gesagt, dass sie vorher noch nichts von Raddusch wussten und garantiert wiederkommen werden, wenn’s mal ruhiger ist“, berichtete er von seinen Erlebnissen.

Der Hof der Familie Beesk ist riesig und reicht von der Dorfstraße bis zur Friedhofstraße. Dennoch war er zeitweise übervoll: Die Besucher bummelten durch die Kürbisangebote, hielten sich am Koi-Teich auf oder bestaunten die Alttechnik in den Scheunen. Manch einem gelang es sogar, ein ruhiges Plätzchen in einer der vielen Ecken zu finden und ein wenig zu entspannen. Von Entspannung konnte bei den Gastgebern keine Rede sein. Petra Beesk: „Wir hatten uns komplett verkalkuliert: Unser Imbissangebot für die beiden Tage war bereits am Samstag auf null gesunken; wir mussten noch in die Supermärkte fahren und nachkaufen.“

In der Alten Backstube und in der dazugehörigen Kunstscheune war es, wie überall, brechend voll. Inhaberin Katrin Küster: „Wir hatten alle Hände voll zu tun, 60 Bleche mussten letztlich gebacken werden, noch warm ging mancher Kuchen über den Ladentisch.“

Vor den Werken der regionalen Künstler entspann sich mancher Dialog, manches Werk wechselte auch den Besitzer. Die große Resonanz führte zu der Überlegung, in der Vorweihnachtszeit die Kunstscheune noch einmal zu öffnen, bevor sie über den Winter verschlossen bleibt. „Wir haben nun Erfahrung im Umgang mit größeren Menschengruppen gesammelt, wir trauen uns ein ‚Weihnachtskunstmärktchen‘ zu und laden für den 9. Dezember ab 15 Uhr auf unser Gelände an der Alten Backstube ein“, sagte Katrin Küster.

Die von allen Einwohnern gemachten Erfahrungen können sich schon bald wieder in einem weiteren Dorffest niederschlagen: 2019 feiert der Spreewaldort das 725. Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung.