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Großer Bahnhof auf dem Flugplatz

Am Samstag ist auf dem Flugplatz Bronkow der neue Hangar (Hintergrund) eingeweiht worden. Als Bonbon gab es vom Vereinsvorsitzenden, Peter Biegel (weißes Hemd), Erklärungen zur Faszination des Segelfliegens sowie das Angebot für einen Kurztrip in einem Segelflieger. Staatssekretärin Carolin Schilde hörte ihm zu.
Am Samstag ist auf dem Flugplatz Bronkow der neue Hangar (Hintergrund) eingeweiht worden. Als Bonbon gab es vom Vereinsvorsitzenden, Peter Biegel (weißes Hemd), Erklärungen zur Faszination des Segelfliegens sowie das Angebot für einen Kurztrip in einem Segelflieger. Staatssekretärin Carolin Schilde hörte ihm zu. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Bronkow. An frühere Flugplatzfeste hat der Trubel am Samstag auf dem Flugplatz in Bronkow (Gemarkung Gemeinde Luckaitztal) erinnert. Piloten-Veteranentreffen, Halbzeit des internationalen Segelflieger-Sommerlagers, Vereins-Familienfest und die offizielle Inbetriebnahme der neuen Flugzeughalle haben für regen Betrieb auf dem Areal gesorgt, wo jährlich 2500 Starts vollzogen werden. Uwe Hegewald / uhd1

In der neuen, 750 Quadratmeter großen Halle haben bis zu 20 Flieger Platz. Darüber hinaus könne der Hangar auch für andere Zwecke genutzt werden. Stellvertretend führte Peter Biegel Konzerte der Musikschule Oberspreewald-Lausitz an oder die Feuerwehrlager der Jugendfeuerwehren aus dem Amt Altdöbern. Erfreut zeigte sich der Vorsitzende des rund 100-köpfigen Vereins vom Baufortschritt. "Termin und Budget sind eingehalten worden. Das unterscheidet uns von einem anderen bekannten Flughafen", konnte sich Peter Biegel einen verbalen Seitenhieb in Richtung BER nicht verkneifen. 240 000 Euro sind in den Hangar und die Sanierung des Sanitärtrakts geflossen. "120 000 Euro aus Vereinsmitteln. Das ist nicht selbstverständlich", würdigte Carolin Schilde. Es sei "gut angelegtes Geld. Bronkow hat einen Namen", so die Staatssekretärin im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg.

Ein guter Name muss sich jedoch erarbeitet werden. Immer wieder ist der Fliegerclub Bronkow neuen Zielen entgegengeflogen und Herausforderungen nicht ausgewichen. Über allen schwebt Thomas Fischer, Ex-Vereinschef, der sich noch an den Bau des ersten Hangars im Jahr 1964 erinnern konnte. Damals stand der Platz unter Regie der GST, der Gesellschaft für Sport und Technik. Im benachbarten Klinkerwerk Buchwäldchen wurden Ziegel zusammengelesen, ein noch heute tragfähiger Dachstuhl herangeschafft und ein deftiger Brief geschrieben. "Zwei Jugendliche beschwerten sich bei DDR-Staatschef Walter Ulbricht über Probleme zum Erwerb einer Dacheindeckung", berichtete Thomas Fischer.

Das Schreiben zeigte Wirkung: Einer Beschwerde aus der GST-Bezirkszentrale Cottbus, was sich die Bengel erlauben, folgten eine Einladung zum zuständigen Sekretär nach Berlin und vier Wochen später die Zusage zum Erwerb von Dachplatten.

Couragierte Jugendliche gab es schon damals und soll es auch zukünftig geben. Im Beisein des Bundestagsabgeordneten Michael Stübgen (CDU), Landrat Siegurd Heinze (parteilos) und Amtsdirektor Detlef Höhl (SPD) kündigte Clubvorstand Peter Biegel ein ambitioniertes Vorhaben an: "Wir wollen das Jugend- und Ausbildungszentrum Nummer 1 in Südbrandenburg werden, und wir wollen den Leistungsflug an diesem Standort etablieren." Realistische Wünsche, verfügen die Bronkower Piloten doch über die entsprechenden Charaktere in ihren Reihen. Drei Vereinsmitglieder nehmen etwa an den Deutschen Meisterschaften im Segelfliegen teil, die 2019 möglicherweise in Bronkow stattfinden. Eines der Wettbewerbsziele ist es, eine möglichst lange Distanz zu erreichen. "Die 1000-Kilometer-Marke zu durchbrechen, ist der Traum aller Segelflieger", bemerkte Ronalf Gottscheck. Am Freitag absolvierte der in Leuthen beheimatete Pilot in sieben Stunden stattliche 600 Kilometer. "Allein mit der Energie, die unter Wolken zu finden ist (Thermik)." Mit einem Präsent trug Roland Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal, dazu bei, eventuelles Warten in den Stunden und Tagen ohne Thermik zu verkürzen. Sein Geschenk zur Einweihung des Hangars: ein Buch mit dem Titel "Auf den Vogelstraßen Europas - die Leidenschaft des Fliegens" aus dem Jahr 1935.