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| 02:59 Uhr

Groß Wasserburger Katzensterben

Heinz Lehmann weiß nicht, was er mit seinen toten Katzen machen soll. "Als Jäger weiß ich, dass ich sie nicht einfach vergraben darf."
Heinz Lehmann weiß nicht, was er mit seinen toten Katzen machen soll. "Als Jäger weiß ich, dass ich sie nicht einfach vergraben darf." FOTO: Jens Golombek/jgk1
Groß Wasserburg. Eine ganze Reihe Hauskatzen sind in den vergangenen Tagen in Groß Wasserburg qualvoll gestorben. Die Polizei hat Ermittlungen wegen Tierquälerei aufgenommen, das Veterinäramt untersucht einen Kadaver auf Giftspuren. Jens Golombek

Pensionär Heinz Lehmann versteht die Welt nicht mehr. Gegenüber seines Wohngrundstückes nutzt der Groß Wasserburger eine weitläufige Fläche als Garten. Außerdem lagert Holz und befindet sich ein Bienenheim darauf.

Elf Übernachtungsgäste versorgte Heinz Lehmann dort seit Jahren. "Die Katzen waren größtenteils zugezogen oder kamen von drüben mit", erzählt er.

"Rest" schwer mitgenommen

Die letzten Tage wird der leidenschaftliche Jäger sicher nie vergessen. Denn mehr als die Hälfte der grauen und schwarzen Tiere sind seit Anfang der Woche tot. Der traurige Rest der Gruppe sieht schwer mitgenommen aus. Eine Ältere findet sich halb steif in ihrem Körbchen im Bienenhaus. "Die macht es bestimmt auch nicht mehr lange", sagt er.

Heinz Lehmann ist sich sicher, die Tiere wurden vergiftet. Einen konkreten Verdacht hat der Groß Wasserburger auch, "aber wenn man nichts beweisen kann sagt man besser nichts". Schon länger schwelt ein Nachbarschaftsstreit, seit Wochen fliegen Schottersteine auf sein Grundstück. Die Nachbarn wollten sich zu den Vorfällen nicht äußern.

"Das ist eine langwierige Geschichte", stöhnt Heinz Lehmann, da könne man einen Krimi drüber schreiben. "Diese Menschen sind mit unserer Lebensweise hier auf dem Lande offensichtlich nicht einverstanden."

"Die Katzen waren vor wenigen Tagen noch gesund, und jetzt liegen sie tot herum", rang derweil Lehmanns Lebensgefährtin Barbara Ultsch vergeblich um Fassung. Es gebe in Groß Wasserburg "furchtbare Tierhasser".

Merkwürdiges Verhalten

Vor etwa einer Woche hätte sich laut Barbara Ultsch das erste Tier "merkwürdig verhalten. Da habe ich gedacht, sie hat wieder eine Klamotte abbekommen. Einen Tag später haben sie schon gebrochen und vor Schmerzen geschrien."

Heinz Lehmann kann seine Wut angesichts seiner toten Lieblinge nicht verbergen. "Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes, aber wer dafür verantwortlich ist, sollte genauso Schmerzen erleiden wie die Tiere. Und niemand hilft."