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Groß Lübbenauer nutzen Heimvorteil

Die Zerkwitzer Bambinis legten los wie die Feuerwehr – und waren nicht zu schlagen.
Die Zerkwitzer Bambinis legten los wie die Feuerwehr – und waren nicht zu schlagen. FOTO: peb1
Groß Lübbenau. Bei bestem Sommerwetter gingen zahlreiche Feuerwehrteams aus den Lübbenauer Ortsteilen in Groß Lübbenau an den Start. Als Ehrengäste weilte eine Abordnung der Stadtfeuerwehr Nowogrod Bobrzanski (Polen) im Ort. Peter Becker

Die Groß Lübbenauer Wehr kann auf ein 105-jähriges Bestehen zurückblicken. Das war auch der Anlass, den Lübbenauer Stadtfeuerwehrtag im nahen Ortsteil auszurichten. Die Groß Lübbenauer verbanden dies gleich mit einem mehrtägigen Dorffest mit Tanz und allem, was dazugehört. Kevin Lehmann vom Ortsvorstand: "Alle haben kräftig mit angepackt, die Vorbereitungen waren perfekt!"

Höhepunkt war zweifelsohne die Ausrichtung der Wettkämpfe im "Löschangriff Nass". Die Bambinis aus Zerkwitz, Sieben- bis Neunjährige, legten einen Superstart hin. Am Ende Platz 1 in ihrer Altersklasse. Das ortsansässige Frauenteam toppte dann so ziemlich alle Ergebnisse, sie waren nur zwei Sekunden langsamer als das Männersiegerteam aus Zerkwitz. Ganz vorn an der Spritze, mit dem weitesten Weg zum Ziel, war Josie Kopsch. Die 24-jährige, seit zehn Jahren bei der Groß Lübbenauer Wehr, hat schon viele Wettkämpfe bestritten. Neben ihrer Tätigkeit als Kassenwart der Feuerwehr, übt sie mit ihrer Mannschaft regelmäßig. Höhepunkt bisher: ein 3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft 2016 in Rostock.

Ein weiteres Siegerteam kam in der Altersklasse 10 - 14 aus Bischdorf. Hier waren die Zwillinge Maik und Felix Murrer (11) vorn an der Spritze. "Wir trainieren seit sechs Jahren zweimal monatlich. Mir macht es ungeheuren Spaß, besonders das Spritzen auf ein Ziel", so Maik Murrer. Beide wurden von ihrer Mutter für ihre Topleistungen sogleich geherzt und gedrückt. Nicht nur ganz junge Teams gingen an den Start, sondern auch "Zweihundertfünzigjährige". Kevin Lehmann: "Die Ortsteile musste mit einer Mannschaft starten, deren Additionsalter mindestens 250 beträgt". Auch hier siegten die Groß Lübbenauer. Vorn waren sie auch bei Disziplinen wie Gruppenstafette und Knotenbinden auf Zeit.

Das Geschehen wurde von einer polnischen Abordnung aus Nowogrod Bobrzanski beobachtet. "Wir sind seit fünf Jahren im Rahmen eines EU-Projektes im freundschaftlichen Kontakt zu den Wehren Lübbenaus und wollen unsere Zusammenarbeit weiter voranbringen", so der Stadtwehrführer Mariusz Fabisiak aus der 5000-Einwohnerstadt östlich von Forst gelegen.

Viele Zuschauer nutzten das schöne Wetter für einen Ausflug nach Groß Lübbenau. Teils, um ihre Dorfmannschaft anzufeuern, teils, um sich über den Wettkampfablauf zu informieren. So auch Ilea Heinrich aus Raddusch. "Ich will demnächst in der Radduscher Mannschaft mitmachen, da wollte ich mir das Mal ansehen."

Wer es anders sportlich mochte und hochhinaus wollte, stapelte Bierkästen. Eine von Guido Peschk angebotene Disziplin: Am gut gesicherten Haken hängend musste der Kandidat einen möglichst hohen Stapel unter seinen Füßen aufbauen. Schlimmstenfalls brach der Stapel ein und der Stapler hing in der Luft.

Auf dem Festgelände viel alte und neue Feuerwehrtechnik zu sehen, alte Handdruckspritzpumpen, aber auch ein moderner Hubsteiger der Stadtfeuerwehr. Mutige ließen sich in die Höhe fahren und warfen einen Blick auf Festplatz und Dorf. Die Versorgung lag in den bewährten Händen der Groß Lübbenauer Frauen, deren Plinzeisen nie kalt wurde und beim Radduscher Hotelier Torsten Seidel, der eigentlich ein Groß Lübbenauer ist.

Zum Thema:
Bambinis: Zerkwitz II (1.), Ragow (2.), Zerkwitz I (3.)AK 10 - 14: Bischdorf (1.), Groß Lübbenau (2.), Boblitz (3.)AK 15 - 18: Groß Lübbenau (1.), Zerkwitz (2.), Krimnitz (3.).Frauen: Groß Lübbenau (1.), Ragow (2.).Männer: Zerkwitz (1.), Groß Lübbenau (2.) Boblitz (3.), Klein Radden (4.).