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Groß Köriser jubeln im Kreistag

Siegerfaust und strahlende Gesichter in der Groß Köriser Delegation direkt nach dem Kreistagsbeschluss in Lübben.
Siegerfaust und strahlende Gesichter in der Groß Köriser Delegation direkt nach dem Kreistagsbeschluss in Lübben. FOTO: Frank Pawlowski
Lübben. 13-jähriges Abitur nun doch im Schenkenländchen und auch in Königs Wusterhausen – Schulplanung wurde auf Antrag der Bürgerlisten geändert – Land muss noch zustimmen. Frank Pawlowski / ho

Die kleine Schar Groß Köriser klatschte begeistert, als im Kreistag die Entscheidung gefallen war. Mit großer Mehrheit beschlossen die Abgeordneten am Mittwochabend in Lübben, dass in Groß Köris nun doch das 13-jährige Abitur gemacht werden kann. "Wir freuen uns, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns", sagte die Leiterin der Grund- und Oberschule Schenkenland, Manon Hähnel.

Die Fraktion Bürgerliste/Wir für KW hatte den Antrag eingebracht, dem sich die meisten Kreispolitiker anschlossen. Die Abiturstufe in Groß Köris wird zum Schuljahr 2019/2020 errichtet. Aber nicht als gymnasiale Oberstufe einer Gesamtschule, sondern eines Schulzentrums. Grund- und Oberschule bleiben erhalten.

Vor dem Beschluss meldeten sich in der Einwohnerfragestunde mehrere Groß Köriser zu Wort. "Warum wird verhindert, dass in der Mitte des Kreises das Abitur gemacht werden kann?", fragte Vater Mark Magdon. Gemeindevertreterin Margret Keller beschwor die Abgeordneten: "Gehen Sie noch einmal in sich! Sie haben doch die Entwicklung des ländlichen Raumes als Ziel." Der Groß Köriser Feuerwehrchef und Gemeindevertreter Nico Hennig verwies auf die Personalprobleme der Wehren, wenn Jugendliche lange Schulwege haben: "Sie fehlen uns." Ab 16 Jahre können Schüler aktiv in der freiwilligen Feuerwehr mitarbeiten und zu Einsätzen gerufen werden. Das sei besonders wichtig während der Arbeitszeit der älteren Kameraden.

Kerstin Brandt aus Schwerin berichtete, dass ihre beiden Kinder um fünf Uhr aufstehen müssen, um zu den Schulen nach Eichwalde und Lübben zu kommen. Ihre Tochter Alexandra Vogt ist lange vor Unterrichtsbeginn am Gymnasium. "Warum ist das nötig?", fragte sie die Abgeordneten.

Als zwei Stunden später die Schulplanung endlich behandelt wurde, gab es großen Zuspruch. "Das Auftreten der Groß Köriser hier ist beeindruckend", sagte die Chefin der Mehrheitsfraktion SPD/Grüne, Sylvia Lehmann. Sie verkündete, dass ihre Fraktion den Bürgerlisten-Antrag unterstützen wird. Bürgerlisten-Fraktionschef Frank Selbitz sagte an die Groß Köriser gewandt: "Wir haben ihre Worte sehr wohl gehört." Für die Linken erklärte Karin Weber: "Es ist Platz für eine gymnasiale Oberstufe in Königs Wusterhausen und im ländlichen Raum. Wir müssen den Eltern Sicherheit geben." Die AfD sprach sich ebenfalls dafür aus, auch wenn sie lieber ein Gymnasium für Groß Köris gehabt hätte. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Nur die CDU-Fraktion war gegen die Abiturstufe in Groß Köris, weil die Schülerzahlen das derzeit nicht hergeben würden. "Aber wir stehen dazu, dass der ländliche Raum gestärkt werden muss", sagte Werner Weiss. Bildungsdezernent Carsten Saß (CDU) äußerte noch Einwände, doch die konnten die Abgeordneten nicht umstimmen. Er schätzte ein, dass Schüler aus Lübben abgezogen werden könnten. .

In die Schulentwicklungsplanung bis 2022 wird nun die Abiturstufe in Groß Köris aufgenommen. Die Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in Königs Wusterhausen ab 2020/2021 ist ebenfalls enthalten. Das Bildungsministerium muss den Plan noch genehmigen, erst dann ist er amtlich.