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Lehrermangel
Grippewelle – Unterricht fällt aus

Die Werner-Seelenbinder-Grundschule wurde von der Grippewelle heimgesucht.
Die Werner-Seelenbinder-Grundschule wurde von der Grippewelle heimgesucht. FOTO: Preikschat
Lübbenau. Die Lübbenauer Werner-Seelenbinder-Grundschule schickt in diesen Tagen wegen Lehrermangels ganze Schulklassen nach Hause. Von Jenny Theiler

Die diesjährige Grippewelle hat auch den Spreewald erreicht. Seit Mitte Februar fehlen in nahezu jedem Bereich Fachkräfte und Angestellte – so auch in den Schulen.

In der Werner-Seelenbinder-Grundschule in Lübbenau musste Anfang der Woche der Unterricht für einige Schulklassen sogar komplett ausfallen. Das Lehrerkollegium der Grundschule wurde durch die Influenza-Welle auf knapp die Hälfte dezimiert. Am heutigen Donnerstag fehlen von circa 20 Lehrkräften sieben Kollegen – am Freitag werden es neun sein.

„Wir versuchen, immer nur eine Klasse pro Tag nach Hause zu schicken“, betont Schulleiterin Annett Kraak. Die momentane Situation erfordert diese drastische Maßnahme, da die Schulklassen bei einer Stärke von 30 Schülern nicht zusammengelegt werden können. Die Beaufsichtigung von bis zu 60 Kindern sei schon aus Sicherheitsgründen nicht realisierbar. Aufgrund des allgemeinen Lehrermangels in Südbrandenburg könne man auch nicht auf die Kollegen von anderen Schulen zurückgreifen, bedauert Annett Kraak.

Die Jahrgangsstufen eins bis drei sind vom Unterrichtsausfall nicht betroffen und werden weiterhin in der Schule betreut. Die älteren Schüler bekommen eine Mitteilung für die Eltern und Arbeitsaufgaben, die zu Hause erledigt werden sollen. Die meisten Eltern würden den notwendigen Schritt akzeptieren und sich verständnisvoll zeigen.

Eine derartige Situation habe es in der Werner-Seelenbinder-Grundschule bisher noch nie gegeben. „Wir haben in jedem Winter mit der Grippewelle zu tun, aber in dieser Woche ist es besonders schlimm“, bedauert Annett Kraak den hohen Ausfall der Kollegen. Dennoch werde man sich über weitere Notfallmaßnahmen zunächst noch keine Gedanken machen, da die Schulleiterin nicht von einer Verschlechterung der momentanen Krankensituation ausgeht. „Wir sind optimistisch eingestellt und hoffen, dass in der nächsten Woche ein paar Kollegen wieder da sind.“

Über ein gesundes Lehrerkollegium darf sich derzeit die Traugott-Hirschberger-Grundschule in der Poststraße freuen. „Von elf Kollegen fehlt momentan nur ein einziger“, erklärt Schulleiterin Bettina Gulbin. Bei den Schülern würden sich die Krankmeldungen auch sehr in Grenzen halten – von 190 Kindern seien aktuell nur zehn krank geschrieben. „Wir hoffen sehr, dass das auch so bleibt“, betont Bettina Gulbin.

Auch in der Ehm-Welk-Oberschule fallen in diesen Tagen weniger die Lehrkräfte, als vielmehr die Schüler der Grippewelle zum Opfer. „Vor den Winterferien war das besonders krass – da hatten wir teilweise Klassen mit nur sechs Schülern“, erinnert sich Schulleiterin Gabriele Lehmann. Über einen akuten Lehrermangel klagt die Oberschule derzeit nicht.