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Goyatzer Nevermind macht Ruhepause

Goyatz.. Mit der Berliner Band „Hund am Strand“ und der Beeskower Formation „Ladybird“ hat kürzlich die Goyatzer Diskothek „Nevermind“ eine Ruhepause eingeläutet. Mehr als 300 Gäste waren zu dem Saisonabschluss-Konzert gekommen. Ilja Melcher

Der Sommer sei "nun einmal Open-Air-Saison", so der Programmchef Lutz Boschan. „Überall finden große Festivals statt, deren Konkurrenz wir doch aus dem Weg gehen wollen.“

„Nevermind“ modernisieren
Die Goyatzer wollen die Zeit nutzen, um das „Nevermind“ zu modernisieren und neu zu dekorieren, kündigte Miteigentümerin Ilka Gelhaar-Heider an. Das solle "Schritt für Schritt geschehen, ohne durch zu radikale Veränderungen das Gesicht zu verlieren".
Auch danach sollen die weit bekannten Pulp-Fiction-Partys weiter gefeiert werden. Die nächste ist für Oktober geplant. "80 Prozent der Leute kommen in verrückten, filmbezogenen Kostümen, ohne dass wir jemals dazu aufgerufen hätten", so Miteigentümer und Betreiber Ivo Heider. Bei den Pulp-Fiction-Partys gebe es neben Musik aus dem berühmten Film auch Licht- und Bildinstallationen. Auf dem Programm stehen nach der Sommerpause unter anderem die Single-Partys zu Weihnachten auf dem Programm. "Das ältere, ehemalige Stammpublikum kehrt dann zu den Familien zurück und ist auch wieder bei uns anzutreffen", so Ilka Gelhaar-Heider.
Insgesamt setzt sich das Publikum nach Angaben von Lutz Boschan "aus Leuten, die sich in Großraumdiscos nicht wohl fühlen", zusammen. Sie würden progressive Musik mögen und sich ihren Musikgeschmack nicht von Radiocharts vorschreiben lassen. „Das Nevermind sollte schon immer eine Alternative dazu sein“ , fasste er sein Konzept zusammen. "So weit es möglich ist, bieten wir eine Mischung aus Live-Musik und elektronischen Klängen."
Ausgewählt hatte die beiden Bands für das Konzert am Wochenende Lutz Boschan. "Songs dieser Art laufen bei uns sowieso im Programm", sagte er: „Handgemachte und vor allem zeitlose Musik.“ Die Bands für die Live-Konzerte wähle er selbst aus. Die Beeskower Band "Ladybird" hatte den attraktiven Auftritt am Wochenende im Januar bei einem Band-Wettbewerb in Goyatz gewonnen.
Rund die Hälfte der Gäste seien Stammkunden, erzählte Lutz Boschan. Die Altersstruktur sei sehr durchwachsen. "Der Einzugsbereich erstreckt sich bis Fürstenwalde, Beeskow und sogar Cottbus. Gäste aus Moskau oder New York hatten wir auch schon", fügte er stolz an.

Zusammenarbeit klappt super
Das Verhältnis zu Nachbarn und Ämtern habe sich super eingespielt, so Ivo Heider. "Keiner legt uns mehr Steine in den Weg. Man ist froh, dass überhaupt etwas passiert." Unbesorgt sieht er aber nicht in die Zukunft: "Die Leute werden durch die anstehende Mehrwertsteuererhöhung sicher weniger Geld zur Verfügung haben." Dennoch bestehe die Hoffnung, dass auch weiterhin genug Jugendliche in der Region bleiben. (jgk/is)