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| 17:00 Uhr

Vetschau/Calau
Gottesanbeterin in Vetschau gesichtet

In Vetschau am Tedi gesichtet: eine Gottesanbeterin.
In Vetschau am Tedi gesichtet: eine Gottesanbeterin. FOTO: Gabriele Kühnel
Vetschau/Calau. Nabu Regionalverband Calau kritisiert unachtsamen Umgang mit heimischen Insekten. Such- und Schilder-Aktion laufen an. Von Rüdiger Hofmann

Das Naturkundemuseum Potsdam und die Entomologen des Freundeskreises Mantidenfreunde Berlin-Brandenburg suchen verstärkt nach der Europäischen Gottesanbeterin. Ein gemeinsames „Citizen-Science-Projekt“ soll Bürger aus der Region aktiv an der Suche nach dem Insekt beteiligen und die Ausbreitung der Gottesanbeterin auch im Spreewald erforschen. Im vergangenen Jahr sind bundesweit über 180 Beobachtungen des Tieres gemeldet worden, davon 51 aus Brandenburg, teilt das Naturkundemuseum mit.

Die Europäische Gottesanbeterin ist die einzige Art in der Insektenordnung der Fangschrecken in Deutschland. Man kann sie nicht mit anderen Insekten verwechseln. Sie sind grün bis bräunlich gefärbt. Fundmeldungen zum Insekt können an Dr. Dirk Berger vom Naturkundemuseum Potsdam unter 0331 289-6703 gegeben werden, er erteilt auch Informationen zum „Citizen-Science-Projekt“.

In Vetschau ist das Insekt kürzlich am Tedi-Laden gesichtet worden. Allerdings war die Lebensdauer nur kurz. Unachtsame Bürger haben es zertreten. „So wie in Vetschau stellen wir uns den Umgang mit Insekten nicht vor“, sagt Gabriele Kühnel vom Nabu Regionalverband Calau. Es sei höchste Zeit, den Umgang und die Einstellung zu Insekten und ihren Lebensräumen zu überdenken. „Wer sich an Tagpfauenauge oder Blaumeise erfreuen möchte, sollte auch an deren Nahrungsgrundlage denken“, sagt Kühnel. Es genüge nicht, Nisthilfen aufzuhängen, Futter für Vögel anzubieten oder ein Insektenhotel zu bauen. „Insekten brauchen Lebensräume“, so Kühnel. Das seien Flächen mit einheimischen Pflanzen, die die Chance zum Blühen und Ansetzen von Samen erhalten und auch im Winter Schutz für Eier und Larven bieten. „Wer im Winter ein Stück Rasenfläche unberührt stehen lässt, tut vielmehr für unsere Kleinlebewesen, als er denkt“, sagt die Nabu-Mitarbeiterin.

Wer ein Zeichen im Kampf gegen den Insektenrückgang setzen möchte, kann sich ein Mitmach-Schild (siehe Foto) direkt beim Nabu-Regionalverband Calau oder telefonisch unter 03542 3037 bestellen und auf seine Flächen stellen. „Besonders angesprochen sind Gewerbetreibende mit nicht genutzten Rasenflächen“, sagt Gabriele Kühnel.

Besuch bei der WIS
Besuch bei der WIS FOTO: Daniela Kühnel