Sie hatten sich auf erboste Fragen zahlreicher verunsicherter Trucker eingestellt. Ihr monatlicher Fernfahrerstammtisch in der Raststätte Berstetal an der A 13 in Richtung Berlin, hinter Duben: Er dient der Information und Verständigung - damit es zwischen Kontrolleuren und Fernfahrern auf der Straße zu weniger Problemen kommt. Natürlich war am Mittwochabend die Maut das große Thema. Aber nur ein Trucker kam, um gegenüber der versammelten Amtsträgerschaft seinem von den Mautkosten beschwerten Herzen Luft zu machen. Der 58-jährige Fahrer der Lausitzer Klärtechnik (LKT) rechnet vor: „Ich habe für die Strecke von Guben nach Prenzlau und zurück 52 Euro Maut bezahlt. Die Maut wird innerhalb von 48 Stunden abgebucht, die Kunden zahlen oft erst nach fünf Wochen. Welcher Spediteur, der täglich zehn oder 60 Lkw auf der Straße hat, kann sich das leisten„“ Das konnten ihm seine Stammtischgenossen auch nicht sagen.
Andreas Manteufel, Straßenkontrolleur des Güterverkehrsamtes, Außenstelle Dresden, hatte zumindest reichlich Infomaterial dabei, wie die Entrichtung der Maut in Zukunft kontrolliert werden wird. Er selbst ist allerdings nicht zuständig: „Das macht die Abteilung vier, Mautkontrolldienst.“
Grundsätzlich kann die Maut über Einbuchungen im Internet und an den Mautstellenterminals oder automatisch über ein im Lkw eingebautes OBU-Gerät entrichtet werden.
Schwieriger ist es, wenn ein Trucker ohne zu zahlen die Autobahn befährt. Wird er erwischt, heißt es nachzahlen und obendrein ein Bußgeld entrichten.
„Aber wie bekommen Fernfahrer aus dem Ausland ihren Bußgeldbescheid zugestellt““ fragt sich der Stammtisch. Manteufel vertraut hier auf eine Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden. Einer der Polizisten hat einen ungewöhnlichen Vorschlag: „Wir beschlagnahmen schon mal eine Kette mit Goldanhänger als Sicherheitsleistung auf ein zu erwartendes Bußgeld.“ Allerdings ist auch die Autobahnpolizei nicht zuständig - weder für die Kontrolle noch die Eintreibung der Maut. Und davon, dass seine Kollegen von Abteilung 4 Goldkettchen von Mautsündern beschlagnahmen würden, geht Manteufel nicht aus.
Die ausgebliebene Truckerrevolte am Fernfahrerstammtisch: Sie setzt einen Trend fort. Auch den erwarteten Andrang der Brummis an den Mautterminals und auf den Landstraßen - um die Maut zu umfahren - gab es bislang nicht. Das liegt an den Neujahrsferien, vermutet die Autobahnpolizei. Ab Mitte Januar rechnet sie mit einem erhöhten Lkw-Aufkommen auf den Straßen.