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| 18:55 Uhr

DJs, Bands und Kunst in Göritz
5000 Besucher feierten beim „Wilde-Möhre“-Festival

Wilde Möhre Festival bei Göritz FOTO: LR / Stephan Meyer
Göritz. 90 DJs, 30 Bands und 80 Workshops – bei der Großveranstaltung bei Göritz sollen sich die Gäste durch das Gelände treiben lassen und zu Entdecker werden. Ein Konzept, das aufgeht? Von Stephan Meyer

Bemalte Gesichter, grelle Paillettenwesten oder verrückte Perrücken – viele Besucher des „Wilde Möhre“ Festivals mögen es bunt. Rund 5000 Besucher kamen anlässlich des Musikfestivals nach Göritz. Damit war das Festival ausverkauft.

Wann welcher DJ oder welche Band auftritt, war den Gästen vor der Anreise zunächst nicht bekannt. Das genaue umfangreiche Programm bekamen sie erst nach dem Einlass ausgehändigt. Und das hatte es mit 90 DJs, 30 Bands und 80 Workshops in sich. Dazu kamen noch Filmvorführungen, Lesungen und Theaterperformances. Planen fiel da schwer. „Das ist auch gar nicht so sehr erwünscht“, sagt Alexander Dettke, Gründungsmitglied der „Wilden Möhre“. Die Besucher sollen auf Entdeckungsreise gehen, sich treiben lassen. „Das ist ein Erlebnisfestival“, erklärt Dettke. Klassische Festivals sind auf den Moment konzentriert, an den die einzelnen Bands auftreten. Das ist hier anders, erläutert er. Auf der Möhre können Gäste jederzeit etwas erleben und sich verlieren, beispielsweise beim Minigolf oder einer Klanginstallation.

Löten, Buchenbinden, Bierbrauen – viele Bildungsangebote

Das ist auch ein Grund, warum sich Mischa Kröger aus Jena für das Festival begeistert hat. Der 22-Jährige ist zum dritten Mal auf der „Wilden Möhre“ erzählt er. „Das Line-up interessiert mich ehrlich gesagt wenig“, so Mischa. Die meisten der Künstler kenne er sowieso nicht. Das sei ihm auch gar nicht so wichtig. Die „Wilde Möhre“ ist sehr auf Newcomer ausgerichtet. „Bisher hat mir die Musik immer gefallen“, sagt Mischa. Ihm gefällt der Angebot-Mix der „Wilden Möhre“. Neben den DJs und Bands gibt es auch viele Workshops und Vorträge. Bei der „Bastelei“ konnten Gäste unter anderem Löten sowie Buchbinden lernen und etwas über Bierbrauen erfahren. Eine Fotoausstellung hat Festivalgäste über zivile Seenotrettung informiert, und in der „Wissenschaftshütte“ gab es beispielsweise einen Vortrag über Atome. „Der war proppenvoll“, sagt Alexander Dettke. Die Bildungsangebote wurden gut genutzt. Das Klischee vom exzesssuchenden Technofan geht bei den Besuchern der „Wilden Möhre“ nicht auf. Es ging dort sehr entspannt zu.

Anwohner packt die Neugier

Unter die Festivalgäste haben sich auch immer wieder Anwohner gemischt. Für sie gab es günstigere Tickets. Anwohner über 40 Jahren kamen sogar gratis rein. Das Angebot nutzte auch Dietmar Rauhut. Der 61-jährige Neudöberner kam mit zwei Freunden zur „Wilden Möhre“. „Ich finde das hier sehr positiv“, beurteilt Rauhut das Festival. „Das ist hier total gut durchorganisiert.“ Auch lobt er, dass die umliegende Bevölkerung vorher mit einbezogen wurde. Im Vorfeld des diesjährigen Festivals gab es jedoch Beschwerden einer Familie, die die Großveranstaltung wegen Lärmbelästigung in den vergangenen Jahren nicht länger hinnehmen wollte. „Ein paar vereinzelte Beschwerden wird es immer geben“, sagt Rauhut dazu. Das Gelände sei doch weit weg vom Schuss, so ein Gegenargument. Nach Auskunft der Polizeidirektion Südbrandenburg gab es bis Sonntagnachmittag keine Lärmbelästigungsbeschwerden.

Inzwischen arbeiten Alexander Dettke und seine Kollegen bereits an der nächsten Auflage des Festivals. Der Ticketverkauf startet ab 1. September.

Wilde Möhre Festival bei Göritz FOTO: LR / Stephan Meyer