Was auch immer die Diebe mit den vier Buchstaben b e g k vorhaben mögen - seit Tagen fehlen sie am Gedenkstein für das ehemalige Dorf Schönebegk, das im Jahr 1928 nach Vetschau eingemeindet wurde. Nicht nur Stadtgeschichtsforscher Karl Katzmann ärgert sich darüber. Auch Käthe Laurischk ist entsetzt. Sie feiert im nächsten Februar ihren 90. Geburtstag und ist die einzige noch lebende Schönebegkerin in der Stadt. In Ihrem Elternhaus in der Spreewaldstraße - heute Thälmannstraße - wurde sie geboren. Auf ihre Vornamen ist sie besonders stolz: "Pauline ist der Name von Vaters Mutter, Martha hieß die Mutter des Stiefvaters, und Käthe hieß ja meine Mutter", erklärt sie.

Ihr Großvater Hermann Kockel und Berthold Radochla hatten sich damals das Haus von Malermeister Weßlau bauen lassen. Es befand sich gegenüber der erst später erbauten Gaststätte "Zur Spicherer Höhe", heute an der Ecke Jahnstraße.

Gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard hat Käthe Laurischk vier Kinder großgezogen. Die Familie lebte in der Neustadt. Der Sohn wohnt in Stradow, hat vor Jahren die ehemalige Schule gekauft, in die ihr Mann als Kind gegangen war. "Das konnte mein Mann leider nicht mehr erleben. Auch die Rückkehr nach Schönebegk war immer sein Wunsch", erzählt die freundliche Frau. "Ich bin seit dem 6. Januar 2001 wieder zu Hause in Schönebegk, auf Gommlas Acker, aber mein Mann konnte die Wohnung nicht mehr genießen", sagt sie und ist traurig.

Die Bedburger Straße, in der sie wohnt, ist benannt nach der Vetschauer Partnerstadt. Käthe Laurischk genießt jeden Tag im ehemaligen Schönebegk: "Wenn die Sonne morgens in mein Wohnzimmer scheint, macht mich das glücklich." Dann frühstücke sie in aller Ruhe und lese die Zeitung. "Das brauche ich. Vor allem lese ich den Sport und jetzt über den Zirkus mit der Fifa", sagt die 89-Jährige und ärgert sich darüber. Kaum ein wichtiges Fußballspiel im Fernsehen lasse sie aus. Wenn sie nachts nicht schlafen kann, nehme sie sich einfach ein Kreuzworträtsel vor. Das Schönebegker Kind, wie sie sich selbst bezeichnet, achtet aber auch auf viel Bewegung, und freut sich über die vielen freundlichen Menschen um sie herum.