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| 14:59 Uhr

Mühlentag
„Glück zu“, Geschichten und Sagen zum Mühlentag in Raddusch

Hunderte Interessierte nahmen den weiten Weg zur abgelegenen Radduscher Mühle auf sich und genossen Wetter, Programm und Informationen.
Hunderte Interessierte nahmen den weiten Weg zur abgelegenen Radduscher Mühle auf sich und genossen Wetter, Programm und Informationen. FOTO: Peter Becker
Raddusch. „Glück zu“ – mit dem traditionellen Gruß der wandernden Müllergesellen, die einst angeblich Glück von Mühle zu Mühle brachten, begrüßte Mühlenbesitzer Frank Petzold die Besucher der Radduscher Buschmühle. Glück hatten er und seine mithelfende Familie schon mal mit dem Wetter, einem Paradepfingstwetter, der Hunderte den weiten Weg zur abgelegenen Mühle machen ließ. Viele kamen mit dem Fahrrad, manche mit dem Kahn und wieder andere scheuten nicht den zwei Kilometer langen Fußweg von der Ortslage zur abgelegenen Mühle. Jana Trelenberg erfüllte dabei den Wunsch ihrer auf den Rollstuhl angewiesenen Radduscher Oma Edith Beesk (87) und brachte sie zur Mühle. „Ich kenne die Buschmühle seit 1950, kannte den letzten Müller Rudolf Heinze persönlich und habe hier viele schöne Stunden verbracht. Meist fuhren wir sonntags mit dem Kahn zu Kaffee und Kuchen zu Heinzes“, erzählte Edith Beesk von ihren Jugenderinnerungen. Von Peter Becker

„Glück zu“ – mit dem traditionellen Gruß der wandernden Müllergesellen, die einst angeblich Glück von Mühle zu Mühle brachten, begrüßte Mühlenbesitzer Frank Petzold die Besucher der Radduscher Buschmühle. Glück hatten er und seine mithelfende Familie schon mal mit dem Wetter, einem Paradepfingstwetter, der Hunderte den weiten Weg zur abgelegenen Mühle machen ließ. Viele kamen mit dem Fahrrad, manche mit dem Kahn und wieder andere scheuten nicht den zwei Kilometer langen Fußweg von der Ortslage zur abgelegenen Mühle. Jana Trelenberg erfüllte dabei den Wunsch ihrer auf den Rollstuhl angewiesenen Radduscher Oma Edith Beesk (87) und brachte sie zur Mühle. „Ich kenne die Buschmühle seit 1950, kannte den letzten Müller Rudolf Heinze persönlich und habe hier viele schöne Stunden verbracht. Meist fuhren wir sonntags mit dem Kahn zu Kaffee und Kuchen zu Heinzes“, erzählte Edith Beesk von ihren Jugenderinnerungen.

Noch viel mehr Erinnerungen hat die aus Hannover auf Einladung von Frank Petzold angereiste Hanni Mages mitgebracht. Die heute 82-Jährige ist eine Tochter des ehemaligen Müllers Heinze und erzählte im Interview mit Frank Petzold von schönen, aber auch beschwerlichen Kindertagen in der Mühle. Sie zeigte sich überglücklich, dass der heutige Inhaber weder Aufwand noch Behördenauflagen scheute und somit das Haus ihrer Kindheit vom drohenden Verfall gerettet hat.

Die 1771 erbaute Mühle war ursprünglich mit Wasserkraft angetrieben worden, später mit einem Dieselmotor. „An den erinnere ich mich nicht so gern, denn wir Kinder mussten oft mithelfen, ihn in Gang zu setzen. Dazu wurde ein Strick um das Schwungrad geschlungen, und wir mussten möglichst schnell ziehen.“

Den alten Diesel will Frank Petzold in Zukunft auch wieder zum Tuckern bringen. „Dann können die Geräusche der Mühle von damals nachempfunden werden“, sagte Frank Petzold, was wie ein Versprechen gegenüber Hanni Mages und den Mühlenfreunden klang. Besucher Bernd Rothe aus Groß Beuchow: „Nie hätte ich geglaubt, dass aus der faktischen Ruine wieder solch ein schmuckes Bauwerk entstehen würde – ich ziehe den Hut vor dem Investor!“

Moderator und Ortschronist Manfred Kliche unterhielt die Besucher mit Fakten, Geschichtchen und Sagen rund um und aus der Mühle. Musikalisch wurde der Nachmittag von Rolf Paul auf dem E-Piano und Manuel Meier auf der steirischen Harmonika begleitet. Die Lübbenauer Bäckerei Koschmann hatte für den Tag ein Mühlenbrot kreiert, das schenll vergriffen war. Auch die zehn Kuchenbleche wurden  schnell geleert.