ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:08 Uhr

Schlosspark Altdöbern
„Ohne euch wäre der Park gar nichts“

Gabriele Meyer, pädagogische Referentin der Jugendbauhütte, bedankte sich für die Einladung und nutzte die Gelegenheit, um auf einen noch freien Platz für die im September beginnende zehnte Staffel in der Parksanierung hinzuweisen.
Gabriele Meyer, pädagogische Referentin der Jugendbauhütte, bedankte sich für die Einladung und nutzte die Gelegenheit, um auf einen noch freien Platz für die im September beginnende zehnte Staffel in der Parksanierung hinzuweisen. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Gewerbeverein Altdöbern bittet junge, internationale Parksanierer zu Tisch.

Dass durch die Arbeit von Jugendlichen aus aller Welt, die seit neun Jahren in der Gartendenkmalpflege im Altdöberner Schlosspark wirbeln, eine bemerkenswerte Außenwirkung für die Gemeinde erzielt wird, steht außer Frage. Bei einem Grillabend, am Dienstag im Park, hat Amtsdirektor Frank Neubert diesen Glücksfall für den Ort hervorgehoben.

Seit acht Jahren bittet der Gewerbeverein Altdöbern die Parksanierer zu Tisch, um sich im Namen der Gemeinde für die geleistete Arbeit zu bedanken. „Ohne euch wäre der Park gar nichts“, würdigte Bürgermeister Peter Winzer (SPD) das Schaffen der Jugendbauhütte, ein Projekt der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD). Mitgebracht hatten das Gemeindeoberhaupt und Amtsdirektor Neubert 15 Freikarten für die Badesaison 2018 im Gemeindebad, das am diesem Freitag eröffnet wird.

Auf entspannende Momente im Badetempel freuen darf sich auch Charleen Rogowicz, eine der Parksaniererinnen der inzwischen neunten Staffel. Aus Lauchhammer kommend hat sich die 17-Jährige nach Abschluss der Schule für ein einjähriges Mitwirken in der Gartendenkmalpflege entschieden. „Es macht Spaß, mit diesen coolen Leuten zusammenzuarbeiten“, sagt sie. An der Seite von Jugendlichen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Armenien und der Türkei ist Charleen Rogowicz noch bis Ende August in der „Grünen Lunge“ des Landkreises OSL tätig. Die dortigen Aufgaben haben die junge Frau aus Lauchhammer in ihrem Entschluss bestätigt, eine Ausbildung als Gärtnerin aufzunehmen. „Ich habe mich bewusst für den etwas längeren Weg entschieden, um mir genügend Wissen für ein späteres Landschaftsarchitektur-Studium anzueignen“, erklärt sie ihre beruflichen Vorhaben. Dass sie diese mit ausreichend Basiswissen angeht, gilt als sicher.

Kaum eine der vorangegangenen Jugendbauhütte-Staffeln hatte mit so intensiven Herausforderungen zu kämpfen, wie die jetzige: Riesige Laubberge im Herbst und die nachfolgenden, zerstörerischen Stürme forderten das Team ebenso wie ein bitterkalter Februar oder die momentane Hitzewelle.

„Ich habe das Altdöberner Jahr auch als Experiment betrachtet, um herauszufinden, wie witterungsfest ich eigentlich bin. Das ist mir schon jetzt gelungen“, zieht Jane Stelzer ein Zwischenfazit. Die 18-Jährige kommt aus einem kleinen Ort unweit von Nürnberg und konnte sich daher sehr schnell mit den Gegebenheiten im beschaulichen Altdöbern arrangieren.

„Interessierte, die sich für das Jahr in der Gartendenkmalpflege bewerben, machen wir schon deutlich, dass Altdöbern nicht mit Berlin verglichen werden kann“, sagt Gabriele Meyer, pädagogische Referentin der IJGD. Wie sie gegenüber der RUNDSCHAU mitteilt, werde für die im September beginnende Staffel noch eine Mitarbeiterin beziehungsweise ein Mitarbeiter gesucht. Sechs einwöchige, auswärtige Seminare zu fachlichen, gesellschaftlichen, politischen oder ökologischen Themen runden das Wirken in der Jugendbauhütte ab.

Landschaftsarchitekt Stefan Hohmann weiß, welche baulichen Vorhaben in der Saison 2018/2019 anstehen: „Fortgesetzt werden die Arbeiten am Mittelweg, Richtung Osten, wo es unter anderem darum geht, Verbindungen über zwei Gräben zu schaffen. Dafür werden zwei attraktive Brückenbauwerke errichtet“, informiert er.

Der Diplom-Ingenieur räumt ein, dass es aufgrund der Beseitigung der Sturmschäden zu Verzögerungen gekommen ist. „Dank einer Sonderförderung durch das Land Brandenburg konnten wir jedoch entsprechende Technik mieten, um die umgestürzten und gefährlichen Bäume zu beräumen“, fügt Stefan Hohmann hinzu. Der Schlosspark könne somit auch wieder als Altdöberner Juwel wahrgenommen werden.