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| 18:43 Uhr

Justiz
Calauer Anwalt kündigt 14 Mitarbeitern

Der Calauer Hartz-IV-Anwalt Thomas Lange äußert sich erstmals öffentlich nach dem im Dezember gegen ihn verghängten vorläufigen Berufsverbot.
Der Calauer Hartz-IV-Anwalt Thomas Lange äußert sich erstmals öffentlich nach dem im Dezember gegen ihn verghängten vorläufigen Berufsverbot. FOTO: Ch. Taubert/ / LR
Calau. Der als Hartz-IV-Anwalt bekannt Rechtsanwalt Thomas Lange hat sich am Freitag erstmals öffentlich nach dem gegen ihn verfügten vorläufigen Berufsverbot geäußert. Er zieht Konsequenzen und legt Beschwerde beim Brandenburger Anwaltsgerichtshof ein. Von Christian Taubert

Der Calauer Rechtsanwalt Thomas Lange hat am Freitag 14 Mitarbeitern seiner Kanzlei fristlos gekündigt. Nach eigenen Angaben habe sich der mit vorläufigem Berufsverbot belegte Jurist dazu gezwungen gesehen, nachdem ihm der von der Brandenburger Rechtsanwaltskammer bestellte Vertreter mitgeteilt habe, dass er juristisch nichts mehr unternehmen dürfe, was ihm Geld einspiele. Betroffen sind Angestellte in Finsterwalde, Großräschen, Calau, Wolgast, Emmendingen, Bremerhaven und Celle.

Anwalt Lange hat sich in der Stegschänke Werchow bei Calau erstmals nach der im Dezember gegen ihn verhängten Zwangsmaßnahme geäußert. Er halte die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen für absurd und habe deshalb sofortige Beschwerde beim Anwaltsgerichtshof in Brandenburg/Havel eingelegt. Das vorläufige Berufsverbot war vom Anwaltsgericht bei der Landes-Rechtsanwaltskammer unter anderem damit begründet worden, dass Lange Richter beleidige, zu viele Klagen gegen Hartz-IV-Bescheide eingereiche und Klageverfahren nicht ordnungsgemäß verfolgt habe.

WIe die RUNDSCHAU berichtete, hat Lange seit 2011 mit einem ungewöhnlichen Geschäftsmodell auf sich aufmerksam gemacht. Er brachte Lausitzer Jobcenter und das Sozialgericht Cottbus mit einer Flut von Tausenden Widersprüchen und Klagen gegen Hartz-IV-Bescheide an den Rand der Arbeitsfähigkeit.

Am Freitag versicherte er seinen Mandaten, „dass ich dafür sorgen werde, dass Betroffene in der Region nicht rechtlos gestellt werden“.