Die Gutskapelle in Reuden war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auf provisorischen Hockern aus Pappe hatten die etwas später eintreffenden Gäste Platz genommen.
Pfarrerin Martina Schmidt, die die Vorsitzende des Fördervereins ist, begrüßte die Besucher mit der Jahreslosung 2005: „Jesus Christus spricht: Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“
Der im Ruhestand lebende Cottbuser Kantor und Kirchenmusiker Lothar Graap vertonte die über Europa hinaus geltende Jahreslosung.
Nach den schrecklichen Ereignissen in Südostasien haben manche Menschen den Glauben in Frage gestellt. Wo war Gott„ Warum hat er das zugelassen“
Pfarrerin Martina Schmidt fand an diesem Sonntagnachmittag viele treffende und aufrichtende Worte: „Heile die Kranken, gib Unheilbaren die Kraft, ihre Schmerzen zu ertragen und erlöse sie zur rechten Zeit. Lass über den Sterbenden die Hoffnung des ewigen Lebens leuchten und tröste die Traurigen.“
Der Ökumenische Kirchenchor Vetschau unterstützte diese Worte sehr gezielt mit musikalischen Mitteln. Kantorin Susanne Drogan animierte das Publikum zum Mitsingen. Beeindruckend schnell wurde die Gutskapelle zu einem Klassenraum für Gesangsunterricht umgestaltet. Zum Abschluss des Gottesdienstes wagten sich Chor und Gäste sogar noch an einen gemeinsamen Kanon.
„Dieses Konzert bedeutete den Anfang. Im Sommer sind weitere Chor- und Kammerorchesterkonzerte geplant, ebenso eine Buchlesung“ , freut sich Martina Schmidt.
Am „Tag des offenen Denkmals“ im September möchte der rund 20 Mitglieder zählende Förderverein der Gutskapelle Reuden ein Programm gestalten, das gefüllt ist mit historischen Informationen. Der 1997 gegründete Verein, dessen Mitglieder in Reuden, in der näheren Umgebung und in ganz Deutschland verstreut wohnen, werden das Haus auch im Jahr 2005 mit Leben füllen.
Als kommende bauliche Maßnahme sind Sanierungsarbeiten im Eingangsbereich vorgesehen.
„Wir freuen uns über ihre Spenden, die wir am Ausgangsbereich gern entgegen nehmen“ , dankte die Pfarrerin und Vereinsvorsitzende. „Wir möchten dieses Geld in eine längst fällige Bestuhlung investieren. Damit wir künftig nicht von überall her Stühle herantragen müssen und demnächst keiner mehr auf Pappkartons sitzen muss.“