Von Rüdiger Hofmann

Rein rechnerisch hat jeder Einwohner von Lübbenau und Vetschau im vergangenen Jahr 3,5 Medien aus der gemeinsamen Bibliothek entliehen. Ein Plus gab es dabei vor allem im Bereich der Kinderbücher und Romane. Das spricht auch für eine gute Zusammenarbeit der Einrichtung mit Kitas und Schulen, wie im Lübbenauer Bildungsausschuss festgestellt wurde. Dort ist auf ein bewegtes Jubiläumsjahr 2018 mit vielen Ereignissen zurückgeblickt worden. Vor exakt einem Jahr wurde zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Zudem wurden bevorstehende Höhepunkte der Einrichtung für 2019 aufgelistet.

So wird Schauspielerin Susann Kloss zum internationalen Kinderbuchtag am 2. April vorlesen und zugleich den kleinen Häwelmann spielen. Michi Münzberg berichtet vom Leben tibetischer Kinder. Zum Welttag des Buches am 23. April ist eine Zauberei rund um die Lausitzer Sagen mit Frank von Kneten und dem Kinderbuchautor Jens Reinländer geplant. Im Oktober dieses Jahres soll es zum Tag der Bibliotheken gleich vier Veranstaltungen geben: Die Cottbuser Autorin Franziska Steinhauer liest vor Jugendlichen, die Märchenerzählerin Kerstin Otto ist zu Gast in Vetschau, einen sächsischen Abend gibt es in der Vetschauer Ausleihstelle, und der Autor Wolfgang Swat wird sein neuestes Buch „Tödliche Spreewaldliebe“ in Lübbenau präsentieren.

Interessant sind die Zahlen, die im Bildungsausschuss vorgestellt wurden. Derzeit verfügt die gemeinsame Bibliothek Lübbenau/Vetschau über einen Medienbestand von 47 000 Einheiten, darunter fallen 33 000 Printmedien und 14 000 audiovisuelle Medien. Seit drei Jahren wird der elektronische Bestand immer wichtiger, hierzu zählen inzwischen 9500 Medien. „Wir arbeiten kontinuierlich daran, den Bestand trotz gestiegener Einkaufspreise und gleichbleibendem Budget aktuell und in einem guten Zustand zu halten“, sagt Simone Barth von der Einrichtung. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 3000 Medien neu gekauft, in Lübbenau sind 1900 Medien neu angeschafft worden.

Ein Plus an Ausleihen konnte im gesamten Printmedienbereich erzielt werden, teilt die Bibliothek mit. 2018 haben die Nutzer insgesamt 84 400 Medien entliehen. „Vor allem die Kinder- und Jugendliteratur wird immer stärker genutzt“, sagt Simone Barth. Um die Hälfte rückläufig hingegen seien Ausleihen von CDs, DVDs und Konsolenspielen – nicht nur in Lübbenau und Vetschau, sondern in vielen öffentlichen Bibliotheken. Streamingdienste wie Netflix und Co. laufen dabei den klassischen Unterhaltungsmedien den Rang ab.

Die Zahl der aktiven Benutzer mit Bibliotheksausweis lag 2018 bei knapp 2000 und somit konstant zu den Vorjahren. Im Kinder- und Jugendbereich gibt es einen Zuwachs von 31. Ebenfalls gestiegen ist die Gruppe der Nutzer, die älter als 60 ist. „In der Lübbenauer Bibliothek wuchs diese Benutzergruppe seit der Zusammenlegung um 50 Senioren“, teilt Barth mit. Das mache deutlich, dass die Einrichtung nicht nur Anlaufstelle für Schulen und Kitas, sondern auch ein beliebter Ort für Kommunikation und Begegnungen älterer Menschen ist.

Neben der regulären Ausleihtätigkeit kommt der Leseförderung ein besonderer Stellenwert zu, sagt die Bibliotheksmitarbeiterin. 2018 wurden 83 Veranstaltungen durchgeführt, 71 davon für Kinder und Jugendliche. Die Maßnahmen reichen von Lesestart-Veranstaltungen mit den Jüngsten bis zu unterrichtsbegleitenden Veranstaltungen für Schüler. „Die Veranstaltungsnachfrage ist sehr hoch, wir können leider nicht alle Termine erfüllen“, so Barth. Eine engagierte Lesepatin konnte 2018 aber gefunden werden, die monatlich in vier Kindergärtin vorliest. Insgesamt wurden 2018 17 Veranstaltungen mit Autoren, Künstlern und Musikern durchgeführt. Fast 1900 Teilnehmer besuchten diese Veranstaltungen.

Seit drei Jahren ist die gemeinsame Bibliothek auch Mitglied im Onleihe-Verband Niederlausitz. Im vergangenen Jahr wurden rund 2800 elektronische Medien von 103 Nutzern entliehen – ein seit Jahren konstanter Trend. „Gradmesser für die Nutzung der Onleihe sind für uns die Bibliotheken Senftenberg und Forst“, sagt Simone Barth. „Im Bereich der Nutzer und Entleihungen stehen wir hier an erster Stelle.“