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| 14:36 Uhr

Altdöbern
Gemeindevertretung Altdöbern mit neuem Gesicht

Altdöbern. Konstituierende Sitzung schmiedet Fahrplan für die neue Legislaturperiode. Von Uwe Hegewald

Am Mittwochabend hat sich die neu formierte Gemeindevertretersitzung von Altdöbern zur konstituierenden Sitzung zusammengefunden. Bei der zurückliegenden Kommunalwahl ging die SPD um den wiedergewählten Bürgermeister Peter Winzer als stärkste Kraft hervor. Sieben Sitze entfallen auf die Genossen, gefolgt von CDU und Freien Wählern (jeweils zwei Sitze) sowie „Die Linke“ mit einem Sitz.

Mit Kerstin Fuchs, Sabine Barran, Franz Schiementz und Jens Weidner (alle SPD-Fraktion) schafften vier Altdöberner als lokalpolitische Newcomer den Sprung ins Gemeindeparlament. Gemeinsam mit Karl-Heinz Grund, Rolf Wünsche (beide Freie Wähler), dem Brüderpaar Matthias und Michael Lachmann (beide CDU), Steffi Weinert (Die Linke) sowie Hans-Dieter Helbig, Denny Kott und Jens Lehmann (SPD-Fraktion) schreiten sie mit einer Hypothek in ihre erste Legislaturperiode.

Altdöbern schiebt einen Schuldenberg von mehr als einer halben Millionen Euro vor sich her. „Aktuell beträgt der Fehlbetrag 577 000 Euro“, informierte Jessica Volkmer während der Sitzung im Schützenhaus. „Da die Gemeinde keine Rücklagen besitzt, ist sie verpflichtet, ein Haushaltssicherungskonzept zu erstellen, das nur die Finanzierung von Pflichtaufgaben gestattet und freiwillige Aufgaben mit 3,5 Prozent auf ein Minimum zurückgeschraubt werden“, so die in der Kämmerei/Haushaltsüberwachung der Amtsverwaltung tätige Mitarbeiterin.

In den Augen von Bürgermeister Peter Winzer sind es „die Amts- und die Kreisumlage, die uns in Schieflage bringen“. Hinzu käme, dass aufgrund des Einwohnerrückganges auch die Schlüsselzuweisungen des Landes Brandenburg rückläufig sind, so das Gemeindeoberhaupt.

Mit einem drastischen Sparprogramm soll nun gegengesteuert werden, was insbesondere an den Einwohnern der Gemeinde nicht spurlos vorbeigeht. Mehrstimmig sind am Mittwochabend die neue Elternbeitragssatzung für den Hort beschlossen sowie „Anpassungen der Beträge für bebaute und unbebaute Pachtflächen sowie der Miete für Garage“ vorgenommen worden. Wenn auch mit Bauchschmerzen.

„Für viele Pächter von Kleingärten sind die Beitragserhöhungen schmerzlich“, befand Kerstin Fuchs. So sieht es auch Denny Kott: „Die Sprünge bei den Hortgebühren sind schon gewaltig“, mahnte er. Von Amtsdirektor Frank Neubert gab es „Handzettel“ für alle Gemeindevertreter, auf denen die „tatsächlichen Kosten“ dargestellt sind. Mit den Bögen soll Verständnis gegenüber den betroffenen Eltern erzeugt werden, so der Verwaltungschef. „Sie und alle anderen amtsangehörigen Gemeinden haben das alles über Jahre hinweg subventioniert.“ Matthias Lachmann (CDU) wollte diese Meinung nicht teilen. „Es gab über mehrere Jahre keine belastbaren Haushaltsabschlüsse. Im Grunde wussten wir nie, wo wir finanziell genau stehen“, widersprach er.