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| 18:15 Uhr

Gemeinde Luckaitztal setzt stärker auf Tourismus
Baustart für neues Wahrzeichen

 Im niedersächsischen Suderburg steht dieser aus Klinkersteinen erbaute Turm seit 2003. Er dient als Vorbild für den neuen Aussichtsturm in der Calauer Schweiz, der im Naturschutzgebiet zwischen Altdöbern und Calau und einer Höhe von 38 Metern errichtet werden soll.
Im niedersächsischen Suderburg steht dieser aus Klinkersteinen erbaute Turm seit 2003. Er dient als Vorbild für den neuen Aussichtsturm in der Calauer Schweiz, der im Naturschutzgebiet zwischen Altdöbern und Calau und einer Höhe von 38 Metern errichtet werden soll. FOTO: Amt Altd“bern
Calau/Altdöbern. Aussichtsturm in der Calauer Schweiz wird ab 25. März gebaut. Bürgermeister von Luckaitztal und Wirtschaftsförderer informieren über Kosten, Bauzeit und Ausgleichsmaßnahmen. Von Rüdiger Hofmann

Wanderfreunde und Besucher der Calauer Schweiz können sich freuen: Der Baubeginn eines neuen Aussichtsturms im Naturschutzgebiet zwischen Altdöbern und Calau rückt näher: In rund zwei Wochen, am 25. März, geht es los. Wenn die Witterung mitspielt.

Wie wichtig der Gemeinde Luckaitztal ein solcher Aussichtsturm ist, zeigt ein Beschluss der Gemeindevertretung von 2013, wo sich die Abgeordneten mehrheitlich für den Verbleib des Turmes in der Calauer Schweiz ausgesprochen hatten. Der Vorgängerturm musste aufgrund technischer Mängel im Jahr 2011 zunächst gesperrt und schließlich 2014 abgerissen werden.

Boris Aehnelt von der Wirtschaftsförderung des Amtes Altdöbern und Roland Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal – auf deren Territorium der Aussichtsturm errichtet wird – haben in dieser Woche den Calauer Wirtschafts- und Tourismusausschuss über den aktuellen Stand des Vorhabens informiert.

„Im Herbst 2018 konnten die notwendigen Vorarbeiten für die Baustelleneinrichtung – wie die Befestigung der Zufahrt – fertiggestellt werden“, sagt Boris Aehnelt. Der Einbau des Fundaments erfolgte noch vor Wintereinbruch. Nun können die Mauerarbeiten für den 38 Meter hohen, massiven Turm beginnen. „Wenn keine witterungsbedingten oder brandschutztechnischen Unterbrechungen auftreten, sollten wir die Arbeiten in diesem Jahr abschließen“, so Aehnelt. Die Außenanlagen seien dann für Anfang 2020 geplant, wozu vier Sitzgruppen mit 40 Plätzen, Fahrradabstellmöglichkeiten und Infotafeln – auch für Seh- oder Hörgeschädigte – zählen.

Durch die Lage der Baustelle in einem Naturschutzgebiet gab es von der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) zunächst Bedenken und Auflagen im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens. Die Bauarbeiten sollten nicht im Zeitraum der Vogelbrut- und Aufzuchtzeiten zwischen Anfang März und Ende Juli durchgeführt werden, was aber entgegengesetzt zu den Hauptbauzeiten im Bauwesen stünde. „Das hätte zu einer wesentlichen Verlängerung der Bauzeit geführt“, teilt das Amt Altdöbern mit. Die UNB ist von dieser Forderung inzwischen abgerückt.

Die Baukosten für das neue Wahrzeichen in der Calauer Schweiz betragen rund 720 000 Euro. Darunter fallen Bauleistungen für den Turm von etwa 530 000 Euro, gefolgt von etwa 120 000 Euro an Planungsleistungen. Die Bauplanung wird das Architekturbüro Axel Braun aus Suderburg (Niedersachsen) übernehmen. Für die Bauüberwachung konnte das Ingenieurbüro Kirchbichler aus Cottbus gebunden werden. Die Bauleistungen wird die Neusch-Bau GmbH aus Groß Luja ausführen.

Auch Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur sind vorgesehen. „Es wird eine Allee mit 33 Obstbäumen an der Verbindungsstraße von Luckaitz nach Buchwäldchen aufgeforstet“, teilt Ingolf Häusler, Sachgebietsleiter Hochbau in der Amtsverwaltung Altdöbern, mit. Zudem werde es Nisthilfen am Turm und in Absprache mit der UNB im Umfeld des Turms an Bäumen geben.

„Sorgen macht uns noch die künftige Verpflegung der Besucher vor Ort“, sagt Bürgermeister Roland Schneider. Hier wolle man noch tätig werden, um auch Ganztagstouristen mal ein Bierchen oder kleine Snacks anbieten zu können. Auch der Handyempfang sei noch suboptimal, ein Sendemast aber in Planung. Ein WC im Turm ist nicht vorgesehen.

Problematisch ist derzeit der Zustand einiger Waldwege in dem Gebiet Calauer Schweiz. „Aufgrund von notwendigen massiven Holzungsmaßnahmen im Rahmen der Waldverjüngung durch den Waldeigentümer befinden sich die Wege gegenwärtig in einem bedauernswerten Zustand“, sagte Calaus Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. Laut Waldeigentümer sei dies leider nicht zu verhindern, da eine intensive Waldbewirtschaftung nur mit schweren Forstmaschinen wirtschaftlich sei, die Wege aber einer solchen intensiven Nutzung nicht gewachsen seien. Mit Waldeigentümer, zuständigem Förster und der UNB wurde inzwischen aber vereinbart, dass die Wege nach Abschluss der Maßnahmen im Auftrag des Waldeigentümers wieder in Ordnung gebracht werden.

Die Mitglieder des Tourismusausschusses befürworten jedenfalls den geplanten Turmbau. Der Turm sei Ausgangs- oder Zielpunkt für Erholungssuchende und Aktivreisende. Zudem entstünde ein neues Wahrzeichen in der Calauer Schweiz als Bindeglied zwischen der Reiseregion Spreewald und dem Lausitzer Seenland. „Der Calauer Schweiz hat die Identität bislang gefehlt“, sagt Matthias Nerenz. Das ändere sich jetzt.

Angeregt wurde schließlich noch eine Ausschreibung über die Namensgebung des Turms.