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Geldflüsse halten Amt Altdöbern in Balance

Seit 20 Jahren ist das Altdöberner Schloss im Besitz der Brandenburgischen Schlösser GmbH. Das Interesse an Führungen reißt nicht ab, wie etwa bei der Sommertour der Lausitzer Rundschau im Juli dieses Jahres.
Seit 20 Jahren ist das Altdöberner Schloss im Besitz der Brandenburgischen Schlösser GmbH. Das Interesse an Führungen reißt nicht ab, wie etwa bei der Sommertour der Lausitzer Rundschau im Juli dieses Jahres. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Altdöbern. Die Aussicht auf Fördermittel oder andere finanzielle Zuwendungen sorgen in den fünf Gemeinden des Amtes Altdöbern und in der Amtsverwaltung für positive Grundstimmung. "Uns sind Projekte bestätigt und Zusagen finanzieller Förderungen in Aussicht gestellt worden", begründet Amtsdirektor Detlef Höhl (SPD). Trotz einiger Fragezeichen sieht sich das Amt deshalb auf einem hoffnungsvollen Weg. Uwe Hegewald / uhd1

"Die große Politik ist es, die uns bewegt. Entscheidungen in Berlin und Potsdam wirken sich oftmals direkt auf die Entwicklung und das Leben in unseren fünf Gemeinden aus", fasst Detlef Höhl zusammen. Als Beispiele nennt er die Energiewende mit der begleitenden Strompreisentwicklung oder die angestrebte Kreisgebietsreform. Der Altdöberner Amtsdirektor ist sich sicher: "Mit der Kreisgebietsreform werden die Weichen für die spätere kreisliche Neuausrichtung gestellt", prophezeit er. Die Zukunft des Amtes Altdöbern ist ungewiss. Rund 5800 Menschen leben in Altdöbern, Neupetershain, Bronkow, Neu-Seeland und Luckaitztal. Ersten Arbeitspapieren des Landes folgend, sollen künftig pro Verwaltungseinheit mindestens 8000 Personen zusammengefasst sein. Detlef Höhl erwartet, dass trotz aller strukturellen Veränderungen das kommunale Mitgestalten nicht auf der Strecke bleibt.

Erste Leag-Zugeständnisse

Die Haushaltsituation sei angespannt. Steuerquellen sprudelten im Amt eher verhalten, da komme es schon einer Glücksmeldung gleich, wenn die Leag als Vattenfall-Nachfolger erste Zugeständnisse mache. "Bezüglich einer Fortführung des Vertrages mit Neupetershain, als Anrainer des Tagebaus Welzow-Süd, hat das Unternehmen eine Verlängerung für vorerst ein Jahr angeboten", begrüßt Detlef Höhl die Offerte. Ebenso willkommen sind die zweckgebundenen Mittel der PNE Wind AG, die Altdöbern mit einer öffentlichen Spende in Höhe von 75 000 Euro bedacht hat. Amtsdirektor Höhl lobt das gesellschaftliche Engagement der PNE, obwohl die Errichtung von 24 Windkraftanlagen inmitten des Chransdorfer Forstes in Teilen der Bevölkerung sehr umstritten war und noch immer ist.

Gegenwind verspürten und verspüren die Gemeinde Neupetershain und die Amtsverwaltung bezüglich der Infrastrukturmaßnahmen Ziegeleiweg, Bauernsiedlung, Ringstraße und Hohenzollern. Der Grund: Für ein nobleres Rollen auf sanierten Straßen, dem Gewinn von mehr Attraktivität für den Wohnstandort Neupetershain und einer prophezeiten Wertsteigerung der Grundstücke müssen Anlieger tief in ihre Taschen greifen. Ein Bürgerbegehren brachte Betroffenen nicht das erhoffte Abrücken von dem Bauvorhaben.

Dass Protest durchaus Wirkung erzielen kann, zeigt der Rückzug des Bergbausanierers LMBV von dem Vorhaben, Eisenhydroxidschlamm in den Altdöberner See zu leiten. "Ein Riesenerfolg der engagierten Bürgerinitiative", betont Höhl. Inzwischen stehe der Masterplan für eine Entwicklung am Altdöberner Ufer sowie die Zusage des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB), detaillierte Planungen voranzubringen.

In trockenen Tüchern sei eine kleine infrastrukturelle Aufwertung des Südgrabens durch einen Rastplatz mit Infotafel. Der Graben soll die Ortslage vor aufsteigendem Grundwasser schützen. Darin einbezogen ist das Altdöberner Juwel, das Schloss- und Parkensemble, wo es erneut tüchtig zur Sache geht. Von 2017 bis 2020 fließen knapp drei Millionen Euro in die Sanierung des schlossnahen Gutshofes. "Beim dritten Anlauf hat es endlich mit Fördergeldern geklappt", so der Amtsdirektor, der das Vorhaben "Gutshaus -Süd" als ein Kooperationsprojekt der Brandenburgischen Schlösser GmbH und der Gemeinde Altdöbern versteht.

Neuer Aussichtsturm

Als nicht weniger ambitioniert erweisen sich die Bestrebungen, auf den Kammlagen der Calauer Schweiz einen Aussichtsturm zu errichten. Mit 442 000 Euro einer Gesamtinvestition von rund 600 000 Euro habe sich der Fördertopf weit geöffnet. Detlef Höhl sieht in dem Ersatzbauwerk für den früheren, inzwischen demontierten Aussichtsturm "eine einmalige Chance, in der Calauer Schweiz ein touristisches Highlight zu schaffen". Dass die erforderlichen Mittel überhaupt fließen, macht er am Zusammenwirken vieler Akteure fest und daran, dass diese mit Projekten zu überzeugen wussten. In Altdöbern sind es die Umfeld-Gestaltung am Ärztehaus, die Sanierung der Geschwister-Scholl-Straße oder Investitionen in die Liliengrundschule, die letztlich auch der Sicherung des Schulstandortes dienen. In Lieske (Gemeinde Neu-Seeland) gehe es beim Bau des Parkplatzes und Sanitärgebäudes am Liesker Strand des Sedlitzer Sees voran und in Buchwäldchen (Gemeinde Luckaitztal) ist der Rückbau eines Wohnblockes abgeschlossen worden.