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| 15:52 Uhr

Geld für Wiesenpflege
Regelmäßiges Mähen wird belohnt

  Flächen kleiner als drei Hektar werden künftig speziell gefördert, um einen Anreiz für die Bewirtschaftung durch den Landwirt zu schaffen.
Flächen kleiner als drei Hektar werden künftig speziell gefördert, um einen Anreiz für die Bewirtschaftung durch den Landwirt zu schaffen. FOTO: Andreas Traube
Ein Zuschuss zur Pflege der Spreewaldwiesen ist auch 2019 möglich. Von Katrin Kunipatz

In diesem Jahr können Eigentümer und Pächter einer Spreewaldwiese wieder Zuschüsse vom Land Brandenburg erhalten, wenn sie die Fläche regelmäßig mähen. Darauf weist Charlotte Weißmann bei der jüngsten Sitzung des Lübbener Bauausschusses hin. Das Land Brandenburg stellt insgesamt 178 000 Euro Fördermittel zur Verfügung. Anträge können ab sofort beim Biosphärenreservat Spreewald gestellt werden, so Weißmann, die den bisherigen Sachbearbeiter Spreewaldwiesen Paul Jarick während dessen Elternzeit vertritt.

Voraussetzung ist, dass sich die grundwassernahe Wiese im Gebiet des Biosphärenreservats befindet und kleiner als drei Hektar ist. „Gerade diese oft verwinkelten Flächen sind Rückzugsraum für unterschiedliche Tier- und Insektenarten“, so die Sachbearbeiterin. Damit dieser durch die Kulturlandschaft entstandene Lebensraum erhalten bleibt, müssen die vielen kleinen Wiesen regelmäßig gemäht werden, sonst wachsen Bäume auf und der spreewaldtypische Wechsel zwischen offenen Wiesenflächen und Baumgruppen würde verschwinden.

Ziel des Programms sei es, die Kulturlandschaft des Spreewalds zu erhalten. Aber der Pflegeaufwand ist für Eigentümer oder Pächter gerade bei diesen kleinen, teilweise nur über Wasserwege erreichbare Wiesen hoch, deshalb gibt es Fördermittel. Deren Höhe variiert je nach Nutzungsart. Halten Weidetiere das Gras kurz, gibt es 50 Euro pro Jahr und Hektar. Wird gemäht, sind es 75 Euro pro Jahr und Hektar. Ist die Wiese zum Mähen nur über den Wasserweg erreichbar, gibt es 180 Euro pro Jahr und Hektar.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 126 Antragsteller gefördert, die sich zusammen um die Pflege von 2356 Hektar Wiesenfläche kümmerten. Insgesamt 177 657 Euro wurden 2018 ausgezahlt, so Weißmann. Die meisten Flächen befanden sich im Bereich Burg. Aber auch in Lübben erfüllen Wiesen zwischen der Spree und dem Kanal die Kriterien für die Förderung, so die Sachbearbeiterin. Die Anträge stellen Nutzungsberechtigte oder Eigentümer direkt beim Biosphärenreservat in Lübbenau. Ein Formular gäbe es nicht, so Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservats Spreewald.

Bis 2017 erhielten die Bauern Zuschüsse von der Europäischen Union. Seit 2018 stellt das Land Brandenburg die Fördermittel zur Verfügung. „Wenn die vorgesehene Summe ausgeschöpft ist, können zusätzliche Fördermittel beim Land beantragt werden“, teilt Nowak mit.

  Flächen kleiner als drei Hektar werden künftig speziell gefördert, um einen Anreiz für die Bewirtschaftung durch den Landwirt zu schaffen.
Flächen kleiner als drei Hektar werden künftig speziell gefördert, um einen Anreiz für die Bewirtschaftung durch den Landwirt zu schaffen. FOTO: Andreas Traube