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| 02:32 Uhr

Geheimnisse um Mast-Standorte für Digitalfunk in Zerkwitz

Der BOS-Funkmast in Vetschau, auf einem durch einen Zaun abgetrennten Grundstück neben dem Bauhof und einem Vattenfall-Gebäude. Im Hintergrund das frühere Kraftwerk. Fotos: Jan Gloßmann
Der BOS-Funkmast in Vetschau, auf einem durch einen Zaun abgetrennten Grundstück neben dem Bauhof und einem Vattenfall-Gebäude. Im Hintergrund das frühere Kraftwerk. Fotos: Jan Gloßmann
Lübbenau/Vetschau. Die Standorte für das digitale Funknetz von Polizei und Rettungsdiensten sind in ihrer Gesamtheit "Verschlusssache". Das erklärte ein Sprecher der Projektbehörde am Dienstag auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Dennoch werde es am 18. Oktober eine Info-Runde in Lübbenau geben. Jan Gloßmann

Die Geheimniskrämerei um die Standorte, die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten künftig ein schnelleres Netz bieten sollen, begründet der Sprecher mit möglichen Anschlägen. Zwar sei das Netz selbst abhörsicher. Man wolle mögliche "mechanische" Attacken auf die Masten und damit das Funknetz verhindern.

Nicht verhindern kann die Projektleitung Gerüchte. So ist der - umstrittene - Standort im Lübbenauer Ortsteil Zerkwitz bekannt. Weitere soll es in Lübben, Luckau, Byhleguhre und Vetschau geben. Dort wollen Wissende den Mast nahe des früheren Kraftwerkes, unmittelbar neben dem städtischen Bauhof, entdeckt haben. Nachbarn sagen, der Mast sei im vergangenen Jahr errichtet worden. Von wem und wofür? Niemand wisse etwas.

Der Bau dieses BOS-Mastes sei tatsächlich "geräuschlos" über die Bühne gegangen, sagt Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). Anfang 2010 aber hatte es im Ortsteil Märkischheide Proteste gegeben, wo ein erster Standort ausgewählt worden war. Später sei man umgeschwenkt auf den "unverfänglichen Platz" am Bauhof.

In Lübbenau wird es am 18. Oktober eine Informationsveranstaltung geben. Dort wollen der Bauherr für den umstrittenen BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben)-Mast in Zerkwitz, der Zentraldienst der Polizei in Brandenburg, und Vertreter der Stadtverwaltung Auskunft geben zum Netzaufbau, zur Auswahl des Standortes Zerkwitz sowie zu Erkenntnissen über mögliche oder auszuschließende gesundheitliche Gefahren durch die Strahlung vom Mast. Nach Angaben der Lübbenauer Stadtverwaltung wird die Informationsrunde am 18. Oktober im Rathaussaal stattfinden. Beginn ist um 17.30 Uhr. Ob der Mast-Standort in Zerkwitz noch verändert werden kann, ließ der Sprecher der Projektbehörde offen. Auch das Rathaus verweist auf die umfangreichen Veröffentlichung vom 22. September im Amtsblatt sowie auf die Informationen auf der städtischen Internetseite.

Aus Sicht der Zerkwitzer Bürgerinitiative kommen die Angebote "drei Jahre zu spät". Das gesamte Vorgehen der Behörden bestärke die Anwohner in dem Gefühl, dass "man bewusst der Veröffentlichung aus dem Weg gegangen ist", um sich möglichem Widerstand der Bürger nicht stellen zu müssen. In einer Erklärung der Initiative heißt es zudem, die Glaubwürdigkeit der Behörden sei in Frage gestellt. Die Initiative verweist auf ungeklärte Widersprüche in Schreiben der Behörden, beispielsweise zur Zahl der geprüften Standorte im Stadtgebiet Lübbenaus - und fordert eine Alternative.