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| 13:52 Uhr

Vetschau
Gehäuse der Kaltschmidt-Orgel ist jetzt restauriert

Mit feinem Pinselgeben Restauratorinnen dem Gehäuse der Kaltschmidt-Orgel in der Wendischen Kirche in Vetschau ihr ursprüngliches Aussehen zurück.
Mit feinem Pinselgeben Restauratorinnen dem Gehäuse der Kaltschmidt-Orgel in der Wendischen Kirche in Vetschau ihr ursprüngliches Aussehen zurück. FOTO: Schlag / Schlag, Jürgen
Vetschau. In mühevoller Kleinarbeit haben die beiden Restauratorinnen Friederike Henold und Carina Ostendorf-Köpnick das Gehäuse der Kaltschmidt-Orgel in der Wendischen Kirche in Vetschau restauriert. Auf der großen Rüstung mussten die beiden bis in die letzte obere Ecke, um die Orgel am Ende in ihrer vollen Schönheit strahlen zu lassen.

In mühevoller Kleinarbeit haben die beiden Restauratorinnen Friederike Henold und Carina Ostendorf-Köpnick das Gehäuse der Kaltschmidt-Orgel in der Wendischen Kirche in Vetschau restauriert. Auf der großen Rüstung mussten die beiden bis in die letzte obere Ecke, um die Orgel am Ende in ihrer vollen Schönheit strahlen zu lassen.

Und das ist jetzt soweit.

„Die Farbschichten bestanden aus drei Fassungen – der originalen, einer zweiten und einer dritten Schicht“, erzählt Jürgen Schlag über ein Detailproblem. Der ehemalige Tonmeister aus Berlin hat einen wesentlichen Anteil an der Restaurierung dieses Instrument. Die zweite Farb-Fassung ist mit der originalen vergleichbar und war am besten erhalten. Die beiden Restauratorinnen haben deshalb diese Variante gewählt.

„Das Gehäuse der Orgel gleicht farblich der gesamten Kirche. Gebaut wurde es wie die Orgel selbst von Kaltschmidt, als die Kirche umgebaut wurde“, erläutert der Berliner.

Die beiden Restauratorinnen, die bereits im Rittersaal des Vetschauer Stadtschlosses und in der Staatsoper Berlin gearbeitet haben, bekamen es am Orgelgehäuse nicht nur mit feinster Pinselarbeit zu tun, sondern mussten die Goldkrönchen teils sogar ersetzen. „Das Fichtenholz neben dem Spieltisch war gerissen, so dass die Ritzen ausgefüllt, verspachtelt und weiterbearbeitet werden mussten. An der Rückwand waren Farbpigmente abgeplatzt“, zählt Jürgen Schlag die Mängelpalette auf. Das Ganze sei kein hochwertiges Gemälde, ist sein Eindruck. Vielmehr erinnere ihn das Gehäuse an einen alten Bauernküchenschrank. Und tatsächlich wurde die Wendische Kirche einst als Kirche für die wendisch sprechende Landbevölkerung errichtet.

Der Diplomgrafiker und Restauratür Edgar Gierold und Diplom-Werkskünstler Dankwart Kühn hatten vor mehr als zehn Jahren eine Untersuchung zur Historie der Orgel angestellt. Dieses Papier hat nun wieder bei der Restaurierung eine Rolle gespielt. Auftraggeber war der Förderverein Wendische Kirche. Mehr als 13 000 Euro hat die Restauration des Gehäuses gekostet. Das Geld ist vor allem durch Spenden aufgebracht worden.

Was jetzt noch bleibt, ist die Kanzel. „Dafür müssen wir nun weiter sammeln“, sagt Jürgen Schlag.

Prospekt in der Wendischen Kirche ist fertig Foto: J. Schlag
Prospekt in der Wendischen Kirche ist fertig Foto: J. Schlag FOTO: Schlag / Schlag, Jürgen