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| 01:04 Uhr

Gedenkminute für die Opfer der Flutkatastrophe

Lübbenau.. Gut einhundert Gäste folgten am Sonntagnachmittag der Einladung ins Rathaus zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Lübbenau. Zuvor war in der Nikolaikirche die Ausstellung „Life 2001“ des Künstlers Dietrich Lusici eröffnet worden. Von Bernd Töpfer

Gleich zu Beginn der Neujahrsansprache im Rathaussaal ging Bürgermeister Helmut Wenzel auf die Naturkatastrophe in Südasien ein. Die Ereignisse in den vergangenen Tagen Tagen hätten manches in den Hintergrund gedrängt. „Es fällt angesichts der Katastrophe schwer, dafür Worte zu finden. Zu grauenhaft ist das, was an den Küsten Südasiens geschah und noch geschieht“ , erklärte Helmut Wenzel. Damit sei auf dramatische Weise klar geworden: „Wir leben auf ein und denselben brüchigen Planeten.“
Deshalb so der Bürgermeister, sehe er alle in der Verantwortung, Unterstützung zu leisten. Er rief alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich an der Spendenaktion zu beteiligen und Geld einzuzahlen. Unter dem Namen „Aktion Deutschland hilft“ haben sich zahlreiche Verbände und Organisation zusammen geschlossen, die die Spenden gezielt den Opfern der Flutkatastrophe in Südasien zukommen lassen.
Darüber hinaus stellte der Bürgermeister in einem kleine Exkurs die Demokratie als Grundwert der freiheitlich rechtlichen Grundordnung in den Mittelpunkt. Ohne dabei umstrittene Entscheidungen des vergangenen Jahres beim Namen zu nennen, erklärte er, dass alle, Politiker wie Bürger, die demokratischen Spielregeln achten und beachten sollten. Und Demokratie bedeute auch, dass sich möglichst viele in den demokratischen Prozess einbringen.
Diese Zusammenarbeit in den örtlichen Gremien der Kommune, in den Fachausschüssen und in der Stadtverordnetenversammlung habe für die Stadt seit 1990 eine Vielzahl von Vorteilen gebracht. Das sei deutlich sichtbar. Wenig später zitierte Wenzel Sir Winston Churchill, der einmal sagte: „Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.“ Wenn die Mehrheit der Gemeindevertretung einen Beschluss fasst, der beim anderen Teil des Gremiums auf wenig Gegenliebe findet, sei es durchaus demokratisch, den Beschluss trotzdem umzusetzen. „Das ist ein wichtiger Bestandteil aller demokratischen Prinzipien“ , so Helmut Wenzel.
Wenig später zog er ein kurzes Resümee des Jahres 2004: „Wir können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken“ . ICE-Taufe im März, der Spreewaldmarathon, das Spreewald- und Schützenfest, Lindenfest, Lübbenauer Musiknacht, Spreewälder Fischwochen und die Weihnachtskonzerte stünden stellvertretend dafür.
Im vergangenen Jahr habe Lübbenau 4,3 Millionen Euro investiert und in diesem wolle die Stadt Investitionen in gleicher Höhe auf den Weg bringen.
Zuvor war in der Nikolaikirche die Ausstellung „Life 2001“ des Künstlers Dietrich Lusici eröffnet worden. Nach 25 Jahren kehrten die Plakatkunst an den Ort zurück, an dem sie bereits vor 25 Jahren unter anderen politischen Vorzeichen im anderen Rahmen gezeigt wurde. Damals war es der 1997 verstorbene Pfarrer Gottfried Vetter, der als Förderer Mentor und Beschützer von Dietrich Lusici die Ausstellung ermöglicht hatte.
Bei den 1968 bis 1975 entstandenen Plakaten hatte der in Ragow geborene Künstler den Mut, einen verantwortlichen Blick in die Zukunft zu richten. Doch Lusicis Engagement für den Erhalt der Natur hatte in der DDR keinen Rückhalt. Mit Hilfe der Kirche wurde Lusicis Kunstwerke dennoch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Werke von ihm sind jetzt nicht nur in der Nikolaikirche, sondern auch im Rathaus und in der Orangerie zu sehen.