Die Nachricht sorgt in Calau, in der Region und über die Landesgrenzen hinweg noch immer für Fassungslosigkeit. Am 16. Januar verstarb Roland Lautenbach im Alter von nur 61 Jahren. „Wir alle können und wollen das noch immer nicht begreifen. Bei der zurückliegenden Kreisschau für Rassegeflügel und -kaninchen, im November, hatte Roland noch maßgeblich zum Erfolg beigetragen“, ringt Dietmar Schenker um Worte. „Roland war der Einzige im Calauer Kleintierzüchterverein (KTZV), der über die entsprechende Ausrüstung verfügte, um Rassekaninchen tätowieren (kennzeichnen) zu können“, so der Vorsitzende des Kreisverbandes Calau der Rassegeflügelzüchter.

Als Vorsitzender des Kreisverbandes Calau der Rassekaninchenzüchter war Roland Lautenbach in einer Parallelfunktion quasi sein Pendant. Um das Niveau von Kleintierschauen zu heben, sind diese immer häufiger gemeinsam mit Fell- und Federvieh ausgerichtet worden. Auf dem elterlichen Hof in Missen ist Roland Lautenbach mit Tieren aufgewachsen, hat dort vom Vater das Einmaleins der Rassekaninchenzucht vermittelt bekommen und das erlernte Wissen stückweise ausgearbeitet.

In den zurückliegenden Jahren wuchsen in seinen Stallanlagen nicht selten bis zu 80 Langohren heran. Auch weil die Liste für Bestellungen von Schlachttieren stetig wuchs, begründete der Calauer beim Besuch der Rundschau vor vier Jahren. Seine Leidenschaft galt den Kaninchenrassen Marburger Feh und Kleinsilber graubraun. Letztere Rasse hielt nach einem Versprechen Einzug in die Lautenbacher Anlage. Am Krankenbett habe er dem verdienstvollen Züchter Reinhold Werban die Zusicherung gegeben, die von ihm gezüchtete Rasse weiterzuführen. Nur zwei Wochen nach dem Versprechen verstarb der Vetschauer, dem er so viel zu verdanken hatte.

Jetzt trauert eine ganze Kleintierzüchtergilde um Roland Lautenbach, der auch als Kreiszuchtwart unterwegs war, Ausstellungen vorbereitete und durchführte und mit seinen Tieren unzählige Preise erzielte, so zum Beispiel Landesmeistertitel. „Wir wissen noch nicht annähernd, wie wir die Lücke füllen können, die Roland so plötzlich hinterlassen hat“, trauert Dietmar Schenker. Mit ihm trauert nun die gesamte regionale Züchtergilde. Diese hat mit dem aufgeschlossenen, zugänglichen, verständnisvollen und rastlosen Rassekaninchenzüchter eine Galionsfigur verloren, auf die viele Weggefährten heraufgeschaut haben. Für viele war der Calauer „der Mann für alle Felle“. Uwe Hegewald