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| 16:53 Uhr

Dorffest in Gahlen
Mit Brühtrog und Schlüpper: Sie waren nicht zu stoppen 

 Bevor sich die Festbesucher zur Abendshow ins Gahlener Festzelt zwängten, ging es beim erstmals ausgetragenen Trocken-Brühtrogrennen um Sieg und Ehre. Dabei führte an dem einzigen weiblichen Starterteam Conny Liers und Doreen Weichert kein Weg vorbei.
Bevor sich die Festbesucher zur Abendshow ins Gahlener Festzelt zwängten, ging es beim erstmals ausgetragenen Trocken-Brühtrogrennen um Sieg und Ehre. Dabei führte an dem einzigen weiblichen Starterteam Conny Liers und Doreen Weichert kein Weg vorbei. FOTO: Uwe Hegewald
Gahlen. Aufgrund der Trockenheit fiel der Traditionswettbewerb in Gahlen diesmal etwas anders aus. Von Uwe Hegewald

Damenunterwäsche auf der Leine vor der Dorfkirche? Da kamen am Wochenende nicht nur Fragen auf, welche Gahlenerin da wohl ihre Höschen opfern musste. In dem Ort war zum Dorffest mit dem traditionellen Brühtrogrennen diesmal so einiges anders.

Premiere fürs Trocken-Brühtrogrennen

„Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des dadurch verursachten Wassermangels im Dorfteich haben wir den Wettbewerb ans Ufer verlagert“, erklärte Lutz Gall den Grund des ersten Trocken-Brühtrogrennens in der Geschichte des Vetschauer Ortsteiles. Die angetretenen Teams mussten in die Unterwäsche schlüpfen, samt Brühtrog mit einem montierten Laufrad einen Slalomkurs absolvieren und nach einem Wäschewechsel zurück zur Start- und Ziellinie eilen.

Und da wurde klar: Die Gahlener Frauen hatten die (Unter-)Hosen an. Am einzig weiblichen Team mit Conny Liers und Doreen Weichert führt an diesem denkwürdigen Tag kein Brühtrog vorbei. Hartnäckig hielt sich das Gerücht, dass es sich bei der Unterwäsche um die des Siegerpaares gehandelt haben muss, was jedoch vom Paar vehement abgestritten wurde. Zeit für eine ausgiebige Siegesfeier hatten die Champions nicht, waren sie doch zum abendlichen Showprogramm fest eingeplant.

Malle im Gahlener Festzelt

Bei einem kurzweiligen Programm wurde für einen Abend Mallorca nach Gahlen geholt – szenisch, musikalisch, erheiternd. „Im Winter wurden Ideen gebündelt, ab Mitte Mai eifrig geprobt“, berichtete „Regisseurin“ Heidi Staak. Im Jahr 2000 (Millennium) habe alles begonnen: mit einem kleinen Kinderprogramm. Jahr für Jahr kamen erwachsene Laienschauspieler hinzu. Dass die diesjährige Aufführung abermals die Handschrift der Gahlener Entertainerin trägt, wundert keinen der Zuschauer im proppevollen Festzelt.

Viele wollen sogar erkannt haben, dass Hauptfigur „Egon“ verblüffende Ähnlichkeit mit Heidi Staak aufweist. Kein Wunder, fühlt sich die Pensionärin doch dazu hingezogen, willige Laienschauspieler und anspruchsvolle Choreografie miteinander zu verbinden. „Das Programm ist schon sehr aufwendig. Auch weil wir uns selbst zum Ziel gesetzt haben, niveauvolle Aufführungen auf die Bühne zu bringen“, sagte sie.

„Die Jüngeren müssen nachrücken“

Im Frühjahr 2018 war Heidi Staak nicht mehr zur Wahl des Vereinsvorsitzes angetreten. „Die Jüngeren müssen nachrücken. Ich bin großer Hoffnung, dass uns das gelingt“, bekräftigte die Gahlener Grande Dame.

So sieht es auch Lutz Gall. „Unsere Dorffeste finden alle zwei Jahre statt. Wenn der Termin näher rückt, ziehen alle mit“, brach der neue Vereinschef eine Lanze für seine 39 Mitglieder, ebenso für jene Mitbürger, die nicht im Verein integriert sind. Als Beispiel führt er das besagte Showprogramm an, bei dem Gahlener im Alter von sechs bis 66 Jahren mitwirkten.

Jürgen Sickora hatte sich für das Federführen bei der Oldie-Moped/Motorradschau eintragen lassen. „Wenn man sich einbringen kann, sollte man das tun“, begründet er sein Mitwirken. Federführend, weil er bei der Publikumswahl um die auffälligste Maschine die Punkte notierte.

SR2, BK350 oder der Ural?

Drei Teilnehmer lieferten sich in der Publikumsgunst ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen: Bronze ging schließlich an Peter Weichert mit seinem legendären SR2, Silber an Helmut Schneider mit einer BK 350 und der Titel an Alex Wegner, der mit einem historischen Gespann der Marke Ural vorgefahren war. Als er mit der russischen Seitenwagenmaschine per Rückwärtsgang zur Siegerehrung ins Festzelt rollte, entfachte er stürmischen Applaus, der den gesamten Abend über aufbrandete. Ob dieser bis 2021 nachhallt, bleibt abzuwarten. Dann wird es das nächste Gahlener Dorffest geben.