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| 17:47 Uhr

Denkmalschutz-Projekt
Gärtnerei soll Hingucker werden

Blick aus der Schlossgärtnerei in Vetschau in Richtung L 49. Links im Bild die bereits sanierte Schloss-Remise.
Blick aus der Schlossgärtnerei in Vetschau in Richtung L 49. Links im Bild die bereits sanierte Schloss-Remise. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Vetschau. Markantes Vetschauer Denkmal bedarf der Sanierung. Ideen für eine Nutzung gibt es bereits. Von Daniel Preikschat

Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) und Planer des Ingenieurbüros Jähne aus Cottbus wollen Montag im Vetschauer Wirtschaftsausschuss Überzeugungsarbeit leisten. Das Ziel: Den Abgeordneten die Notwendigkeit einer baulichen Rettungstat deutlich vor Augen führen. Sei doch die Schlossgärtnerei aufgrund von Bewuchs und Feuchte in bedenklichem Zustand.

Was Hunderten Autofahrern auf der L 49 täglich nicht verborgen bleibt. Abschätzig könnte man von einem rostigen Gerippe sprechen, das von bröckelndem Mauerwerk notdürftig eingefasst ist. Für 60 000 Euro jedoch, so Bengt Kanzler, könnten zumindest dringend nötige Erhaltungsmaßnahmen finanziert werden. Wobei zwei Drittel der Kosten aus Fördermitteln für den Stadtumbau bestritten werden können. Arbeiten an Putz, Mauerwerk, Mauerkrone und Schornstein der gut 30 Meter breiten Schlossgärtnerei seien auszuführen. Eine Sandsteinkugel soll ersetzt, Pflaster und Granitstufen zum Pflanzraum hin neu verlegt werden. Zwei neue Gittertüren sollen das unbefugte Eindringen wenn nicht verhindern, so doch erschweren. Die Stahlkonstruktion für die einstige Verglasung müsse abgestrahlt und gestrichen werden.

Die Vetschauer hatten im Haushaltsplan bereits 50 000 Euro für die Sicherungsarbeiten an der Schlossgärtnerei eingestellt, jedoch mit einem Sperrvermerk versehen. Bedarf und Kosten sollten noch überprüft werden. Dies sei nun geschehen, so Bengt Kanzler. Der Bürgermeister rechnet am Montag im Wirtschaftsausschuss mit Zustimmung von Seiten der Abgeordneten. Beschlossen werden kann die Vorlage jedoch erst Ende September in der Stadtverordnetenversammlung. Danach könnten die Bauaufträge ausgeschrieben und möglicherweise noch in diesem Jahr mit den Arbeiten begonnen werden. Realistischerweise, so Kanzler, sollte hiermit aber erst im Frühjahr nächsten Jahres gerechnet werden.

Bereits diskutieren möchte der Bürgermeister Ideen für eine Nachnutzung. Er selbst habe schon eine: „Anstelle der Verglasung könnte ich mir Markisen in einem passenden Farbton gut vorstellen.“ So könnte die Pflanzraumfläche – auf welche Art auch immer – „bespielt“ werden, sagt Kanzler. Er denke dabei an Festveranstaltungen. In dem angrenzenden kleinen Heizungsraum könnten Technik, Bestuhlung oder Getränke untergebracht werden. Der Denkmalschutz ginge da mit.

Bengt Kanzler misst der Sicherung und Nachnutzung der Schlossgärtnerei größte Bedeutung zu. Kaum ein anderes Objekt sei in Vetschau für den Fahrzeugverkehr so gut sichtbar. Entsprechend gut geeignet sei es, Interesse zu wecken für einen Besuch der Spreewaldrandstadt – so es denn auch einladend aussieht. Auf der Wiese hinter der Orangerie sind bereits jetzt Info-Punkt, Heuschober und Spreewaldkahn platziert worden. Aktuell prangt dort außerdem ein Transparent, das auf das Vetschauer Stadtfest am übernächsten Wochenende hinweist.Und schließlich, so Kanzler, sei die Schlossgärtnerei eines der letzten Puzzlestücke des Denkmalensembles Schlossanlage Vetschau, das noch in Ordnung zu bringen ist.