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| 02:32 Uhr

"Für unser Mischbrot will ich Gold"

Silvia Zöllner bedient die Kunden in der Brotbüchse, dem Fachgeschäft der Bäckerei Wahn im neuen Vetschauer Netto-Markt.
Silvia Zöllner bedient die Kunden in der Brotbüchse, dem Fachgeschäft der Bäckerei Wahn im neuen Vetschauer Netto-Markt. FOTO: Hannelore Kuschy
Vetschau/Cottbus. Die "Goldene Brezel" ist wie ein kleiner Stern für eine Bäckerei. Zu den 21 Bäckereien, die auf der Grünen Woche mit diesem Qualitäts-Zertifikat ausgezeichnet wurden, gehört die Vetschauer Bäckerei Wahn. Ihr Chef Philipp Fumfahr will noch mehr Gold – für den Wahn-Klassiker, das Mischbrot, auf der Cottbuser Handwerkermesse am Wochenende. Hannelore Kuschy

Was der junge Bäckermeister Philipp Fumfahr bei der Übernahme der Bäckerei Wahn im Sommer 2015 versprochen hat, scheint aufzugehen. Er wolle seinen Kunden künftig die Liebe zum Handwerk zeigen, sagte er. Sie gipfelte jetzt in einer "Goldenen Brezel", die er und seine 60 Mitstreiter in der Bäckerei und den sieben Fachgeschäften in Vetschau und Lübbenau verliehen bekamen.

Unerbittliche Prüfer aus Berlin hatten sich in den Geschäften und der Bäckerei unangemeldet umgeschaut. Vom Produktwissen der Verkäuferinnen, der Preisauszeichnung über die Produkte und ihre Rezepte bis hin zum Umgang mit den Lebensmitteln - nichts, aber auch gar nichts ließen sie bei ihren Kontrollen aus. Sie trafen auf ein Backstuben-Team, das sein Handwerk versteht und zusammenhält, und freundliche, gut ausgebildete Verkäuferinnen. Die Handwerkskunst überzeugte sie zudem.

"Jedes Mischbrot nach dem unveränderten Rezept von Bäckermeister Wahn wird noch immer per Hand gewirkt und bekommt im Steinofen seine kräftige Kruste. Zweimal, morgens und mittags, beliefern wir unsere Fachgeschäfte, damit dort immer frisches Brot verkauft werden kann", sagt Philipp Fumfahr. "Für unser Mischbrot will ich eine Goldmedaille auf der Handwerkermesse am Wochenende in Cottbus." Dorthin bringt der Bäckermeister auch die neue Wahns Käsetorte ohne Boden, eine kleine mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern. Wochenlang habe er daran herumgebacken, Zutaten verändert, dies und das ausprobiert.

Cottbuser kennen längst Wahns Backwaren aus Vetschau. Täglich beliefert die Vetschauer Backstube "Heimat und Herz" in der Spremberger Straße in Cottbus mit frischem Teig. "Bei uns wird nichts gefrostet", versichert Philipp Fumfahr. Vort Ort, in einer kleinen Ecke, bäckt Nicole Hennig verschiedene Brote und Brötchen daraus. "In Cottbus sehe ich mich auch schon nach einem geeigneten neuen Fachgeschäft um", verrät der Bäckermeister. In seinen sieben Geschäften in Vetschau und Lübbenau liegt seit Tagen ein neues Weizenvollkornbrot in den Auslagen, das "DasDa". "Das wird per Hand und mit Wasser statt Mehl aufgearbeitet - dadurch wird der Teig saftig. Es ist zweimal gebacken - zuerst im Steinofen, dann ein zweites Mal. Dadurch hat es extrem viel Röstaroma", beschreibt der Bäckerei-Chef.

Ganz neu seien auch die Dinkel-Kartoffel-Brötchen, deren Teig 24 Stunden ruhen muss. "Dafür müssen wir in der Backstube noch Platz schaffen", erzählt er. Auch in den Fachgeschäften soll sich in der Zukunft einiges ändern. Ihr Erscheinungsbild soll etwa dem im neuen Vetschauer Netto-Markt gleichen. In einem kleinen internen Wettbewerb fanden die Mitarbeiter für dieses Geschäft einen Namen: die Brotbüchse. Sie öffnet bis 21 Uhr. Zwei Stunden später stehen die ersten Bäcker schon wieder in der Backstube an der Vetschauer Bahnhofstraße, um am nächsten Morgen alle Geschäfte wieder mit frischem Brot, mit Brötchen und Kuchen zu versorgen.