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| 02:32 Uhr

Für Ockerpyramide Uni mit im Boot

Die Vier gehören zu den 14 Gründungsmitgliedern des Fördervereins "Kunstdorf Raddusch": Aquamediale-Kuratorin Petra Schröck, Vereinsvorsitzender Matthias Nevoigt, der Künstler Mario Asef und der stellvertretende Vereinschef Matthias Mutschke (v. l.).
Die Vier gehören zu den 14 Gründungsmitgliedern des Fördervereins "Kunstdorf Raddusch": Aquamediale-Kuratorin Petra Schröck, Vereinsvorsitzender Matthias Nevoigt, der Künstler Mario Asef und der stellvertretende Vereinschef Matthias Mutschke (v. l.). FOTO: H. Kuschy
Raddusch. In Raddusch hat sich der Förderverein "Kunstdorf Raddusch" gegründet. An der Spitze steht Matthias Nevoigt. Der Verein will gemeinnützig sein und Heimstatt unter anderem für Künstler aus dem Spreewald werden. Zu den ersten Projekten gehört eine Pyramide aus einem Baustoffgemisch mit getrocknetem Ockerschlamm. Hannelore Kuschy

Der Vetschauer Maler Siegfried Engelmann und der argentinische Künstler Mario Asef gehören zu den 14 Gründungsmitgliedern des neuen Fördervereins "Kunstdorf Raddusch". Der hat sich am Donnerstagabend im Gasthof "Zum Slawen" gegründet. Dem für zwei Jahre gewählten Vorstand mit Matthias Mutschke und Silvio Streidt steht Matthias Nevoigt vor, ehemaliger Leiter des Lübbenauer Paul-Fahlisch-Gymnasiums. "Wir wollen keine Konkurrenz zu anderen Vereinen in Raddusch und Umgebung sein, sondern verstehen uns als Ergänzung", sagt er. Zudem strebe der Verein Gemeinnützigkeit an.

Inzwischen hat sich herumgesprochen, dass eine mindestens zehn Meter hohe Ockerpyramide zu den ersten Projekten des Vereins gehören soll. Der Argentinier Mario Asef, er lebt seit 16 Jahren in Berlin, beschäftigt sich nicht zum ersten Mal mit dieser Materie. Als Teilnehmer der Spreewälder Kunstausstellung Aquamediale 2015 hatte er am Lübbener Schloss unter dem Titel "Konsum der Landschaft" Backsteine aus eisenhydroxid- haltigem Schlamm und Zement hergestellt. Mit einer Pyramide aus diesem Baustoff ließe sich eine Landmarke setzen, ein Symbol schaffen, das Fragen aufwerfe, so der Künstler. Beispielsweise die, wie der Mensch in die Situation gerät, Verwalter der Natur zu sein.

Ob sich tatsächlich ein Baustoff entwickeln lässt, mit dem diese Pyramide gebaut werden kann, ist Gegenstand einer Vereinbarung mit der BTU Cottbus-Senftenberg, Fakultät 6, Fachgebiet Baustoffe und Bauchemie sowie der Forschungs- und Materialprüfanstalt der BTU. Pilotversuchen mit getrocknetem Ockerschlamm werden demnach umfangreiche Laboruntersuchungen des Materials vorausgehen. Eingang soll das Projekt in Lehrveranstaltungen des Fachgebiets finden. Die Partner gehen von einer Zeitdauer von zunächst zwei Jahren, also bis 2017 aus. Geplant ist eine Finanzierung des Projekts aus Fördermitteln.

Einen kleinen Teil der Aquamediale will der Förderverein nach Raddusch holen. Kuratorin Petra Schröck, ebenfalls Gründungsmitglied des neuen Radduscher Vereins, will sich in künftige Projekte einbringen. So kann sich Matthias Nevoigt beispielsweise vorstellen, den Abschnitt von der L 49 bis zum Radduscher Ortseingang entsprechend künstlerisch zu gestalten - für viele Vorbeifahrende wäre das ein gut sichtbares Zeichen für das Kunstdorf Raddusch. Nach wie vor verfolgt wird das Vorhaben Naturbühne Raddusch für ausgewählte Veranstaltungen am sagenumwobenen Schwarzen Berg.

Wer Mitglied im Förderverein "Kunstdorf Raddusch" werden möchte, findet den Kontakt im Internet unter www.raddusch-spreewald.de .