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Frühlingsanfang mit Teil-Sonnenfinsternis

Boblitz. Der scheidende Winter hat im ersten Frühlingsmonat mit zwölf Frostnächten und Raureifüberzügen am Morgen noch einen letzten Abschiedsgruß. Doch der Frühling zog letztlich siegreich mit lauem Wind, langer Sonnenscheindauer und hohen Temperaturen über das Land. Dennoch gingen Wetterkapriolen in die Statistik ein. Bernd Marx / bdx1

Die Landwirte sind im März von einer großen Sorge verschont geblieben: Die Bauernweisheit "Märzen-Schnee tut den Saaten weh" kam nicht zum Tragen. Dennoch wurden zwölf Nächten Frostgrade gemessen. Am 20. März fiel die Temperatur auf minus sechs Grad Celsius und am 19. März auf minus fünf Grad Celsius. Die Trinkschalen für die Vogelwelt trugen einen zwei Zentimeter starken Eispanzer.

An 18 Tagen fiel Niederschlag mit einer Gesamtmenge von 39,5 Millimetern (39,5 Liter) pro Quadratmeter. Die größte Menge wurde am 31. März mit 10 Millimeter Niederschlag gemessen.

Am 27. März und am 30. März wurden Graupel und am 31. März Schnee als Niederschlag registriert.

Vielleicht waren die Bauern damit zufrieden, denn ein weiser Spruch ihrer Altvorderen besagt: "Gibt's im März zu viel Regen, bringt die Ernte wenig Segen." Von den 90 Jahrestagen 2015 regnete oder schneite es an insgesamt 52 Tagen.

Im Jahre 2014 waren es im Vergleichszeitraum nur 33 Tage mit Niederschlag. Die Jahresniederschlagsmenge betrug bis Ende März 2015 139,5 Millimeter pro Quadratmeter. Die höchsten Tagestemperaturen gingen am 17. März und am 25. März mit jeweils 17 Grad Celsius in die Statistik ein.

Die größte Differenz zwischen der tiefsten Nacht- und der höchsten Tagestemperatur wurde am 20. März, dem kalendarischen Frühlingsanfang, mit 19 Grad Celsius gemessen. Von minus sechs Grad Celsius kletterte das Thermometer noch auf 13 Grad Celsius bzw. von minus zwei Grad Celsius auf 17 Grad Celsius.

Eine Wetterkapriole geschah am 26. März. Während frühmorgens des 25. März (Messwertkontrolle um 6.50 Uhr) bei minus zwei Grad Celsius noch der Eisschaber in die Hand genommen werden musste, waren 24 Stunden später, kaum glaubhafte 12 Grad Celsius am Thermometer abzulesen. Drei Stunden später, um 10 Uhr, waren es aber nur noch acht Grad Celsius. Der Wetterumschwung kam einem kleinen Kälteeinbruch gleich und wurde im Gesicht und an den Händen spürbar.

Am 18., 19. und am 20. März wurden jeweils 12 Sonnenscheinstunden gemessen, wenn auch die zweistündige Sonnen-Teilfinsternis am 20. März das Ergebnis etwas "eintrübte".

Insgesamt schien "Klärchen" im März 137 Stunden lang. Von 90 Tagen im ersten Jahresquartal 2015 war die Sonne an 57 Tagen am Himmelzelt zu sehen. Die Sonnenscheindauer beträgt bisher 279 Stunden im ersten Jahresquartal.

Im vergangen Jahr 2014 waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 376 Sonnenscheinstunden.

Warum waren am 21. März so viele Landwirte mit ihren Drillmaschinen unterwegs? So kennen den Spruch: "Soll das Korn gar üppig stehen, so soll man es an Sankt Benedikt säen." Die stärksten Winde wurden am 30. und am 31. März mit der Stufe "8", für stürmischen Wind mit einer Windgeschwindigkeit von 65 bis 70 Kilometer pro Stunde, auf der Beaufort-Grad-Windwarnskala gemessen.

In der Boblitzer Waldregion wurden Äste von den Bäumen gebrochen und so mancher Baum entwurzelt. Die Tageshelligkeit erhöhte sich vom Monatsanfang bis zum Monatsende um fast zwei Stunden. Freizeitsportler, Wanderer und Kleingärtner konnten insgesamt fast 13 Stunden Tageshelligkeit einplanen.