| 19:15 Uhr

Bürgeraktion
Frühjahrsputz mit Winterflair

Während Anni Rothe, Evelyn Kalz und Christian Lehnigk den Eingang zum Kindertreff von Schnee befreien, bringt Gabriela Jurk von der WiS  ihrem Mieter Josef Groß (v. l.) ein Arrangement mit Frühjahrsblühern. Bei entsprechender Witterung sollen diese am Hauseingang in den Boden.
Während Anni Rothe, Evelyn Kalz und Christian Lehnigk den Eingang zum Kindertreff von Schnee befreien, bringt Gabriela Jurk von der WiS ihrem Mieter Josef Groß (v. l.) ein Arrangement mit Frühjahrsblühern. Bei entsprechender Witterung sollen diese am Hauseingang in den Boden. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Lübbenauer lassen sich am Sonnabend von Schnee und Wind nicht abschrecken.

Mit Fragen sehen sich Lübbenauer konfrontiert, die Samstagfrüh einen Blick aus dem Fenster werfen. Ist das der letzte Schnee vom alten oder schon der erste vom neunen Winter? Wer hat unbedacht schon den Schneeschieber reingestellt? Und haben wir eigentlich noch Glühwein im Keller? „Es ist März, da muss man immer mal wieder mit einem Kälteeinbruch rechnen“, relativiert Josef Groß die Wettersituation. Als der 83-Jährige aus dem Fenster blickt, sieht er Leute, die sich ihre Kapuzen tief ins Gesicht ziehen und beoachtet, wie der eisige Ostwind kleine Schneewehen auftürmt.

Und er sieht den Fahrzeuganhänger der WiS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH, der jedes Jahr um diese Zeit vor dem Kindertreff im Schweitzer Eck parkt. Primeln, Stiefmütterchen, Tausendschönchen & Co. warten hinter der schützenden Plane darauf, abgeholt zu werden. Als Josef Groß vor die Tür tritt, bringt ihm Gabriela Jurk eine Kollektion mit Frühjahrsblühern. „Wenn das Wetter besser wird, können Sie oder Mitbewohner aus dem Eingang die Blumen einpflanzen“, empfiehlt die Leiterin Bewirtschaftung/Marketing bei der WiS und erntet vom Senior ein zustimmendes Nicken.

Der frühere Diesellokfahrer beim BKW mag es gern etwas grün und bunt am Eingang. „Die Grundbepflanzung habe ich aus eigener Tasche bezahlt“, so Josef Groß, der zu DDR-Zeiten die Rolle des Hausmeisters und Vizewirtes ausfüllte. Ordnung und Sicherheit im Blick haben, Mülltonnen reinigen, aber auch die Miete einkassieren, die er dann zur Wohnungsverwaltung gebracht habe, zählte zu seinen Aufgabengebieten.

Dass die WiS alljährlich Frühjahrsblumen bereitstellt, wertet er als „feinen Zug“.

„Alles, was heute aufgrund der Witterung nicht abgeholt wird, geht zurück ins Depot und wird später durch unsere Hausmeister verteilt“, sagt Gabriela Jurk. Die wüssten am besten Bescheid, wo sie Mieter für eine Mitgestaltung von Außenanlagen finden, die diese in der Vegetationsphase dann auch pflegen werden.

Ähnlich verfährt auch die GWG Gemeinschaftliche Wohnungsbaugenossenschaft Lübbenau. „Man muss bei dieser Witterung nichts übers Knie brechen. Sobald sich der Frühling stabilisiert, werden auch unsere Genossenschaftsmitglieder aktiv werden“, prophezeit  Andreas Rißka vom GWG-Vorstand. Als praktikabel habe es sich erwiesen, jedem Hauseingang 20 Euro für eine Frühjahrsbegrünung zur Verfügung zu stellen,  erklärt Andreas Rißka.

Ein offizieller Großeinsatz, wie 2017 bei der Umfeld-Gestaltung an der früheren Kult-Gaststätte „Turbine“, war in diesem Jahr nicht geplant. Mieter in der Schweitzer-Straße 17-31 konnten sich unabhängig vom Winter-Rückfall nützlich machen und von der WiS bereitgestellte Sperrmüll-Container füllen. „Gefüttert“ wurde mit nicht mehr benötigtem Inventar aus Gemeinschaftsräumen wie Keller oder Treppenräumen. „Es kommt immer mal wieder vor, dass Mieter bei ihrem Auszug Möbel oder Gegenstände zurücklassen“, begründet Gabriela Jurk die Aktion.

Josef Große hat mit Umzügen nichts am Hut. „Ich will hier nicht mehr weg“, sagt der 83-Jährige, der am 27. März ein besonderes Jubiläum feiert. Dann jährt sich der Einzug in seiner Neubauwohnung zum 50. Mal. Bleibt zu wünschen, dass dem „Ureinwohner“ spätestens an diesem Tag beim Blick aus dem Fenster bunte Frühjahrsblumen entgegengrüßen.