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| 09:03 Uhr

Neue Feuerwehrtechnik
Frühe Bescherung im Lübbenauer Depot

Nur zu gern übergab Bürgermeister Helmut Wenzel das Feuerwehrmotorrad. Ebenso gern nahm Stadtwehrführer Hartmut Wassermann auf dem Feuerstuhl Platz. Vor allem er selbst nutzt das Gefährt künftig.
Nur zu gern übergab Bürgermeister Helmut Wenzel das Feuerwehrmotorrad. Ebenso gern nahm Stadtwehrführer Hartmut Wassermann auf dem Feuerstuhl Platz. Vor allem er selbst nutzt das Gefährt künftig. FOTO: Uwe Hegewald
Lübbenau. Die Spreewaldstadt nimmt zwei Ersatzbeschaffungen in den rollenden Dienst. Am Freitag wurden die Einsatzfahrzeuge vom Bürgermeister übergeben.

Exakt einen Monat vor Heiligabend trafen sich Feuerwehrleute aus der Lübbenauer Neu- und Altstadt, um einer frühen Bescherung beizuwohnen. Anlass war die Übergabe von zwei Fahrzeugen am Freitagabend. „Wir sind natürlich alle sehr glücklich und dankbar“, fasst André Schulze die Gefühlslage „seiner“ Mannschaft zusammen.

Wie der Ortswehrführer der Stützpunktfeuerwehr Lübbenau erklärt, handele es sich bei dem Mannschaftstransportwagen (MTW) und dem Feuerwehr-Motorrad um Ersatzbeschaffungen. Für den VW T6, einem Jahreswagen, gilt es den Job seines Vorgänger-Mobiles zu übernehmen. Die Betonung liegt auf mobil, ist der einstige MTW T4 VW (Baujahr 1995/170 000 km) doch aus vielen Anlässen in Bewegung gesetzt worden. „Das war ein unverwüstlicher Lastesel. Einsatz- und Shuttlefahrzeug, Transportkiste oder Allrounder, der Kameraden zu Ausbildungen ins FKTZ nach Großräschen oder zu Schulungen ins LSTE nach Eisenhüttenstadt brachte“, so Schulze.

„Überaus zufrieden“ zeigt sich auch Gerätewart Martin Neumann. „Unser Dank geht an das Autohaus Lowka. Dort wurde der MTW VW T6 zum Feuerwehrfahrzeug perfektioniert“, berichtet der Hauptlöschmeister mit KFZ-Meisterbrief in der Tasche. Der Wagen wurde feuerwehrrot foliiert, mit den erforderlichen Sondersignalen (Blaulicht, Horn) versehen und mit Digitalfunk ausgerüstet. Selbst eine Anhängerkupplung wurde angebracht, um bei Bedarf ein Schlauchboot an Einsatzstellen zu führen. Lowkas wertschätzende Geste für die uniformierten Helden des Alltags entdeckten die Lübbenauer Feuerwehrleute im Kofferraum: Zwei „Kanister Kraftstoff“ der Marken Becks und Krombacher.

Ein Krad der Marke Suzuki v strom 650 komplettiert die Doppelbescherung im Lübbenauer Depot (Gewerbepark). Auch dieses musste feuerwehrtechnisch auf- und ausgerüstet werden; auch für diese Arbeiten fanden sich mit Michael Metzdorf (Zweiräder) und Gernot Petack (Lackierwerkstatt) zwei unterstützende kommunale Unternehmen. Doch wozu braucht die Lübbenauer Wehr überhaupt ein Motorrad? Stadtwehrführer Hartmut Wassermann erklärt: „Autobahndreieck (A13/A15), Spreewaldfließe und Bahnanlagen stellen uns in unserem Einsatzgebiet vor besondere Herausforderungen. Mit einem Melder-Krad ist man zügig am Einsatzort, kann Schadenslagen schnell erfassen und kontrollieren und die Einsatzleitung optimal unterstützen“, führt er Vorzüge ins Feld. Darüber hinaus erweise sich das Krad als geeignetes Fahrzeug auf Dämmen, im Wald oder in Gartenanlagen.

Bis im Sommer dieses Jahres erwies sich ein 2004 erworbenes Motorrad der Marke MZ-TS500 (Baujahr 1993) als zuverlässiger Begleiter. Hartmut Wassermann gesteht, dass die Maschine bei ihm „den Geist aufgegeben hat“. „Ich bin vom Hof gerollt, war wenige Augenblicke unterwegs, als beim Beschleunigen plötzlich die Kette riss, sich ums Ritzel wickelte und den gesamten Motorblock aus seiner Verankerung riss“, erzählt er. „Zum Glück war das bei 40 km/h passiert und nicht bei 120 km/h auf der Autobahn, wo ich zum Einsatz wollte“, so der Stadtwehrführer. Bei der Stadt bedankt er sich für das Verständnis, die beiden Ersatzbeschaffungen noch in diesem Jahr zu realisieren.

Man habe einen „kurzen Prozess“ erlebt. „Wir können auch nicht mal ebenso aus der Hüfte schießen. Die gute Haushaltsituation und das Okay unsere Kämmerin haben es möglich gemacht“, begründet Bürgermeister Helmut Wenzel die Anschaffungen unter finanziellen Aspekten. „In diesem Fall war zügiges Handeln notwendig“, rechtfertigt das Stadtoberhaupt die Investitionen. Rund 30 000 Euro sind für den MTW und 6500 für das Melder-Krad bereitgestellt worden. Was den Fahrzeugplan der Freiwilligen Feuerwehr Lübbenau für die Jahre 2018/2019 anbetrifft, befinde sich die Stadt momentan noch im „finalen Prozess“.

Den Papa mal kurz in die Mitte genommen. Zum Probesitzen zog es Friedericke (10), Alexander (46) und Charlotte Kohl (12/v. l.) in den fast neuen Mannschaftstransportwagen (MTW-VW T6).
Den Papa mal kurz in die Mitte genommen. Zum Probesitzen zog es Friedericke (10), Alexander (46) und Charlotte Kohl (12/v. l.) in den fast neuen Mannschaftstransportwagen (MTW-VW T6). FOTO: Uwe Hegewald