| 02:32 Uhr

Frauen wollen keine Unterschiede

Am Samstag stellten sich 14 Frauen und Männer der Prüfung. Stadtbrandmeister André Dreßler (links) und Ausbilderin Kathleen Rohmann (rechts) beobachten die Prüflinge.
Am Samstag stellten sich 14 Frauen und Männer der Prüfung. Stadtbrandmeister André Dreßler (links) und Ausbilderin Kathleen Rohmann (rechts) beobachten die Prüflinge. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Calau/Altdöbern. Für sechs Frauen aus dem Raum Calau/Altdöbern ist es am Samstag vom Frühstückstisch direkt ins Depot der Calauer Feuerwehr gegangen. Die aufstrebenden Brandschutz-Amazonen zählten zu 14 Feuerwehrleuten, die sich der Prüfung zum Truppmann unterzogen. Uwe Hegewald/uhd1

"Im November haben wir mit der Truppmann-Ausbildung begonnen. 75 Ausbildungsstunden liegen hinter den Frauen und Männern, die jetzt zur schriftlichen und praktischen Prüfung angetreten sind", erklärte Lehrgangsleiter Frank Fiedermann die Situation.

Der stellvertretende Stadtfeuerwehrwart hob den hohen Frauenanteil hervor. Dieser sei seit mehreren Jahren ebenso konstant wie notwendig: "Ohne unsere Frauen hätten wir so manches Mal Schwierigkeiten, die Tagesbereitschaft abzusichern", gestand Fiedermann. Es habe bereits Einsätze gegeben, in denen sich Staffeln aus Calauer Ortsteilen komplett aus Kameradinnen zusammensetzten.

Um für Einsatzfälle zur Verfügung zu stehen, müssen Frauen wie Männer eine Truppmann-Ausbildung absolviert haben. "In diesen bekommen sie grundlegende Tätigkeiten vermittelt, die sie nach Abschluss auch beherrschen müssen", fasst Stadtbrandmeister André Dreßler Ausbildungskriterien zusammen.

Die Qualifikation bildet gleichzeitig den Grundstein, um nach zwei Jahren und mindestens weiteren 70 Ausbildungsstunden an einem Truppführer-Lehrgang teilnehmen zu dürfen. Mit André Dreßler, Frank Fiedermann, Fred-Hagen Karzenburg und Kathleen Rohman aus Calau sowie Lars Vergin und Detlef Glinzk (beide Altdöbern) ist der Prüfungstag von sechs Ausbilder-Augenpaaren begleitet worden.

Anfragen, ob die Kommandos am Frauentag zumindest für weibliche Teilnehmer etwas gemäßigter ausfallen, erteilte André Dreßler sofort eine Abfuhr: "Alle Teilnehmer haben eine Uniform an, da gibt es keinen Bonus", unterstrich er. Bei Einsätzen würden diesbezüglich auch keine Unterschiede gemacht. "Die Frauen wollen das auch gar nicht", erklärte der stellvertretende Landesbranddirektor.