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Fotografen zeigen Menschlichkeit

Heiko Hohmann, Hans-Joachim Schiemenz und Günther Diehr (v.l.) von der Fotogruppe elektron im MZL. Hier werden erneut die besten Bilder der Fotoschau gezeigt. Die drei Fotografen zeigen, wie ein Siegerbild aussehen könnte. Es fängt Lebensfreude ein und ist gut gemacht.
Heiko Hohmann, Hans-Joachim Schiemenz und Günther Diehr (v.l.) von der Fotogruppe elektron im MZL. Hier werden erneut die besten Bilder der Fotoschau gezeigt. Die drei Fotografen zeigen, wie ein Siegerbild aussehen könnte. Es fängt Lebensfreude ein und ist gut gemacht. FOTO: Daniel Preikschat
Lübbenau. Hans-Joachim Schiemenz hat von Anfang an mitgemacht und mitorganisiert bei der Spreewälder Fotoschau. Gern erinnert sich der ehemalige Lübbenauer Rathaus-Sprecher: "1994 hatten wir 370 Einsendungen. Daniel Preikschat

Eine Auswahl zu treffen, war richtig schwer." Nur 100 Fotos konnten gezeigt werden, obwohl viel mehr Aufnahmen öffentliche Aufmerksamkeit verdient hätten. Seit einigen Jahren biete sich leider ein weniger erfreuliches Bild. Kaum mehr als 100 Fotos gingen noch ein bei der Fotogruppe elekron in Lübbenau, dem Veranstalter der Schau. 76 davon wurden zuletzt im Einkaufszentrum Kolosseum und im Anschluss im Medizinischen Zentrum Lübbenau (MZL) gezeigt. Fotos waren zu sehen, die es 1994 nie geschafft hätten in die Ausstellung.

Heiko Hohmann vom Vorstand der Fotogruppe elektron drückt es so aus: "Auch die Geht-so-Bilder werden jetzt berücksichtigt." Hans-Joachim Schiemenz geht in seiner Analyse weiter: "Offenbar geht der Trend dahin, das Niveau bildlicher Darstellung zu senken." Mit Handy oder Smartphone "geknipste" Bilder, die nur für den Privatgebrauch taugen, werden oftmals gleich ins Netz gestellt. Die künstlerische Umsetzung eigener Kreativität mittels des Mediums Fotografie indes verschwinde mehr und mehr von der "Bildfläche", so Schiemenz.

Mit ihrer nunmehr 12. Fotoschau wollen die Veranstalter auch dem von Schiemenz beschriebenen Trend begegnen. Heiko Hohmann hofft, dass dazu schon die Themenwahl beitragt. Wer "Menschlichkeit" ins Bild setzen will, der müsse sich Gedanken machen, bevor er den Auslöser betätigt. Also eine Bildidee mit den Mitteln der Fotografie umsetzen. Hohmann und Schiemenz sind sich sicher, dass hier ein Fotoapparat gegenüber dem Smartphone immer noch große Vorteile hat. Ein Smartphone brauche gutes Licht. Man könne kein Tele- oder Weitwinkelobjektiv einsetzen, könne beispielsweise den Hintergrund eines Bildes nicht bewusst unscharf fotografieren.

Die Fachjury ist in diesem Jahr besonders interessant besetzt. Frank Ratajczak gehört ihr an, Inhaber eines Foto-Studios in Luckau, der auch häufig für die RUNDSCHAU fotografiert, außerdem eine Kunsterzieherin vom Paul-Fahlisch-Gymnasium sowie der Vietnamese Cuong Phan Mah, der einer befreundeten Berliner Fotogruppe angehört. Für die drei besten Fotos, so der Fotogruppen-Vorsitzende Günther Diehr, gibt es Geldpreise, 50 Euro beziehungsweise 30 Euro und zwanzig Euro. Außerdem werden zwei Sonderpreise vergeben. Gestiftet zum einen von der Sparkasse, zum anderen von der Stadt Vetschau, die sich in diesem Jahr an der Fotoschau beteiligt. Das Vetschauer Schloss ist 2017 neben Kolosseum und MZL dritter Ausstellungsort. Motivation für hoffentlich möglichst viele Teilnehmer sei aber natürlich, es in die Ausstellung zu schaffen. Davon gehen zumindest Günther Diehr, Heiko Hohmann und Hans-Joachim Schiemenz aus.

Zum Thema:
Außer zum Thema Menschlichkeit kann auch ein freies Thema gewählt werden. Teilnehmen darf jeder Berufs- und Freizeitfotograf aus der Region Südbrandenburg. Bis zum 30. Juni können Fotos mit Bild-Titel und 20 bis 45 Zentimeter Kantenlänge eingesandt werden an: Fotogruppe elektron, Thomas-Müntzer-Straße 11 in 03222 Lübbenau. Anzugeben ist auch die Anschrift des Bild-Autors mit seinem Namen.

Das Siegerfoto 2004 zum Thema "Licht und Schatten" gelang einer Lübbenauerin.
Das Siegerfoto 2004 zum Thema "Licht und Schatten" gelang einer Lübbenauerin. FOTO: Annekatrin Matzanke