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Folkloristen erobern die Altstadt

Einen ganz starken Auftritt hatten die Tänzer des Folklore-Studio Etnos aus Mazedonien. Sie ließen den Bühnenboden beben. Dabei wäre allein der musikalische Vortrag der eigenen Kapelle den Besuch wert gewesen.
Einen ganz starken Auftritt hatten die Tänzer des Folklore-Studio Etnos aus Mazedonien. Sie ließen den Bühnenboden beben. Dabei wäre allein der musikalische Vortrag der eigenen Kapelle den Besuch wert gewesen. FOTO: Daniel Preikschat
Lübbenau. 13 Folkloregruppen haben gestern ganz viel Stimmung, Farbe, Musik, Tanz und Temperament in die Altstadt von Lübbenau gebracht. Daniel Preikschat

Kaum dem Bus entstiegen auf dem Parkplatz an der Poststraße, mussten die jungen Frauen und Männer des bulgarischen Folkloretanzensembles Sedenchitsa sofort tanzen. Genügend Platz hatten sie, genügend fachkundiges Publikum auch. Denn noch zehn andere Ensembles trafen mit den Bulgaren in Lübbenau ein. Angereist unter anderem aus Polen, Lettland, Zypern, Schottland und Italien waren sie. Zumeist allerdings schon am Vortag, um in Forst, Cottbus und Senftenberg in Wohnheimen oder Ferienhäusern untergebracht zu werden. Sorge dafür trugen die Veranstalter der 17. Folklorelawine, die Landkreise Spree-Neiße und OSL.

Um an der Veranstaltung teilnehmen zu dürfen, hat zum Beispiel die italienische Associazione culturale À Ziarella di Reino am Donnerstag zwei Stunden Busfahrt nach Rom, den Flug nach Berlin-Tegel und nochmals zwei Stunden Busfahrt nach Cottbus in Kauf genommen, erzählt Tänzerin Corina Verzino in fließendem Deutsch. Es sei ein großartiges Spektakel, das niemand verpassen wollte.

Nicht verpassen wollten die 13 Auftritte dann auch mindestens 1000 Zuschauer vor der Bühne auf dem Kirchplatz. Die Lübbenauer AWO-Tanzgruppe durfte hier den Anfang machen und hatte sicher noch nie auch nur annähernd so viel Publikum.

Getanzt wurde natürlich auch die Annemariepolka. Landestypische Tänze, teils mit eigener Kapelle musikalisch begleitet, entführten das Publikum danach in die verschiedensten Regionen Europas und sogar bis nach Indonesien. Nur die indischen Tänzer bekamen leider kein Visum, so Jana Handrischeck vom Landkreis Spree-Neiße. Dafür sprang kurzfristig eine Tanzgruppe aus Kanada in die Bresche.

Zum Thema:
Von 14 Uhr bis 19 Uhr treten die Folkloregruppen heute am Schloss in Spremberg auf. Hier macht das Deutsch-Sorbische Ensemble aus Cottbus den Anfang. Von 13.35 Uhr bis 18.10 Uhr ist dann am Sonntag in Kolkwitz am Kolkwitz-Center Folklorezeit. In Spremberg werden die Gruppen um 10.30 Uhr in der Georgenstraße, in Kolkwitz um 11 Uhr am Kolkwitz-Center begrüßt. Am Sonntag reisen die Gäste ab.