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| 18:04 Uhr

Auftritte in Lübbenau, Burg und Altdöbern
Folklorekünstler rocken den Spreewald

Beste Stimmung herrschte auch auf den Kähnen. Zu Wasser wurde musiziert, gewunken, gelacht, Wer am Großen Spreewaldhafen war und einen Fotoapparat dabei hatte, bekam die schönsten Motive geboten.
Beste Stimmung herrschte auch auf den Kähnen. Zu Wasser wurde musiziert, gewunken, gelacht, Wer am Großen Spreewaldhafen war und einen Fotoapparat dabei hatte, bekam die schönsten Motive geboten. FOTO: LR / Daniel PReikschat
Lübbenau. Tänzer und Musiker aus 13 Ländern – von Lübbenau rollt die Folklore-Lawine nach Altdöbern. Von Daniel Preikschat

Wäre Kamelle geflogen, hätte man denken können, ein Karnevalsumzug bewegt sich durch Lübbenau. Dabei waren es Folkloregruppen aus 13 Ländern, die da in landestypischen Trachten und Gewändern musizierend durch die Straßen der Altstadt zogen. Vorbei an Einheimischen und Lübbenau-Besuchern, die zum Teil völlig überrascht wurden. „Wir haben am Hafen Kaffee getrunken“, erzählt ein Urlauber aus Hamburg, „plötzlich hörten wir Dudelsack-Musik.“

Kirakira Hikaru Arts heißt das exotisch anmutende Ensemble Tokio, das sich hier zu einem Gruppenfoto am Poststraße-Parkplatz aufgestellt hat.
Kirakira Hikaru Arts heißt das exotisch anmutende Ensemble Tokio, das sich hier zu einem Gruppenfoto am Poststraße-Parkplatz aufgestellt hat. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Und zwar von der North Berwick Pipe Band & Dunedin Dance Company. Mit den anderen Ensembles waren die Schotten kurz zuvor auf dem Parkplatz an der Poststraße angekommen, von wo aus der Umzug startete. Um hier pünktlich einzutreffen, hatten viele Gruppe lange Anreisen in Kauf genommen. Aus Tokio kamen 16 Frauen und drei Herren von Kirakira Hikaru Arts. 18 Flugstunden dauerte es bis zur Landung in Berlin, so Ensemble-Mitglied Ishii Kazumi. Nur drei der Mitreisenden seien schon einmal in Deutschland gewesen. Vom Spreewald habe sie selbst noch nie etwas gehört. Die ersten Eindrücke seien überwältigend, die Menschen freundlich. Nachher auf der Bühne zeige man sieben Tänze, die in verschiedenen Regionen Japans Tradition haben.

Stimmung wie beim Karneval, als die Folkloregruppen durch die Lübbenauer Altstadt zum Hafen ziehen.
Stimmung wie beim Karneval, als die Folkloregruppen durch die Lübbenauer Altstadt zum Hafen ziehen. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Schon das dritte Mal bei der Folklore-Lawine dabei ist Mona Mattei aus Kanada. Im Can-Can-Kostüm erzählt sie von der anstrengenden Flugreise mit Zwischenstopps. Aber das sei es wert. Das Folklore-Wochenende, die Auftritte mit so vielen anderen Gruppen aus verschiedensten Ländern seien ein tolles Erlebnis. Mit Organisatorin Jana Handrischeck vom Landkreis Spree-Neiße verbinde sie mittlerweile fast eine Freundschaft. „Les Folles Jambettes“ werden erneut flotten Can-Can darbieten, sagt sie.

Die Tänzer von Folkart aus Georgien auf dem Weg zur Anlegestelle.
Die Tänzer von Folkart aus Georgien auf dem Weg zur Anlegestelle. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Einer, der sich ebenfalls immer wieder freut auf die Folklore-Lawine in Lübbenau, ist Kahnfährmann Erhard Wassermann. Er habe schon Gruppen aus Mexiko, Polen, Russland und Bulgarien von Lübbenau nach Lehde und wieder zurück gestakt, erzählt er an einer Anlegestelle nahe des Großen Spreewaldhafens. „Da ist immer viel los auf dem Kahn. Die machen Musik, haben ein Akkordeon dabei oder eine Geige.“ Er sei jetzt 70 Jahre alt und stake deshalb das letzte Mal mit. Daniel Schmidgunst von der Spreewald-Touristinformation weist Wassermann diesmal die Tänzer des Sorbischen Nationalensembles zu. 75 Minuten beschauliche Fahrt haben die Folklore-Künstler vor sich, ein fester Bestandteil des Programms in Lübbenau seit Jahren.

Moderatorin Anne Holzschuh mit dem Nachwuchs der schottischen Folkloregruppe.
Moderatorin Anne Holzschuh mit dem Nachwuchs der schottischen Folkloregruppe. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Nach dem Mittagessen geht es auf die Bühne. Fünf Stunden Folklore nonstop werden geboten, dieses Jahr moderiert von Anne Holzschuh – und erneut vor mindestens tausend Zuschauern, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen. Gibt es doch internationale Folklore zu erleben in einer Breite und von einer Ausdruckskraft, die ihresgleichen sucht. Eine Lawine, die nun schon seit 2001 mit immer wieder neuer Gewalt durch die Region rollt. SPN-Landrat Dieter Friese war es damals gewesen, der die Idee dafür hatte. Wobei Sinn der Sache sein sollte, einen Beitrag zu leisten für Völkerverständigung und internationale Begegnung.

Die North Berwick Pipe Band & Dunedin Dance Academy aus dem Landkreis East Lothian in Schottland beeindruckte auf der Kirchplatz-Bühne.
Die North Berwick Pipe Band & Dunedin Dance Academy aus dem Landkreis East Lothian in Schottland beeindruckte auf der Kirchplatz-Bühne. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Samstag erreicht die Folklore-Lawine den Festplatz in Burg, Sonntag den Schlosspark in Altdöbern.