ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:59 Uhr

Radtour
Flagge zeigen auf Sahara-Tour

 Teilnehmer der traditionellen Neupetershainer Sommertour wohnten dem Höhepunkt bei, als am Ufer Partwitzer See ein Wappen des Amtes Altdöbern aufgestellt wurde. An zwei Uferstellen des Sees stoßen der Freistaat Sachsen und die Gemeinde Neu-Seeland (Amt Altdöbern) zusammen.
Teilnehmer der traditionellen Neupetershainer Sommertour wohnten dem Höhepunkt bei, als am Ufer Partwitzer See ein Wappen des Amtes Altdöbern aufgestellt wurde. An zwei Uferstellen des Sees stoßen der Freistaat Sachsen und die Gemeinde Neu-Seeland (Amt Altdöbern) zusammen. FOTO: Uwe Hegewald
Neupetershain. Neupetershainer Radausflug führte erstmals in den Freistaat Sachsen Von Uwe Hegewald

16 Unerschrockene zog es am Sonntag auf die Fahrradsättel, um bei hochsommerlichen Temperaturen am traditionellen Neupetershainer Radausflug teilzunehmen. Aufgrund einer besonderen Mission und dem erstmaligen Besuch des benachbarten Freistaates Sachsen dürfte die Tour den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. „Eine perfekt organisierte Route, mit vielen Höhepunkten. Wir können Tour-Führer Jürgen Pufe nur gratulieren und uns bei ihm bedanken“, fassten Marlies und Peter Henkel zusammen. Nach 2018 ließ es sich das Paar aus Schwarzheide auch in diesem Jahr nicht nehmen, sich in die Ausflugsgesellschaft einzureihen. Ihre Einschätzung kommt einem verbalen Ritterschlag gleich, kennen sich die Henkels doch mit Radtouren aus. Im zeitigen Frühjahr strampelten die Stahlwaden noch auf den Straßen von Mallorca oder nahmen an der „Tour de Prignitz“ teil.

Um Sehenswürdigkeiten im Lausitzer Seenland in Erinnerung zu rufen, ließ Scout Jürgen Pufe seine Gefolgschaft an markanten Punkten halten: das historische Schrotholzhaus in Lieske, in dem Simone Kloß von der Geschichte des mehr als 300 Jahre alten Hauses berichtete, der Partwitzer Hof, wo die Radlergruppe zum Mittagstisch einkehrte oder an der Landmarke „Rostiger Nagel“, der kürzlich sein zehnjähriges Bestehen feierte.

Einen Höhepunkt bildete der Partwitzer See, der aus dem ehemaligen Tagebau Scado zwischen 2004 und 2015 zu einem der größten künstlichen Seen der sächsischen Lausitz geflutet wurde. „Nur wenige Besucher wissen, dass die Kohleförderung im Tagebau Scado bereits 1977 eingestellt wurde“, informierte Jürgen Pufe. Der mit Wasser der Schwarzen Elster gefüllte See gilt gleichzeitig als eines der Grenzgewässer zwischen Brandenburg und Sachsen. Und auch das dürften bisher nur wenige Seenlandkenner gewusst haben: an zwei Ufer-Zipfeln stößt der Freistaat mit der Gemeinde Neu-Seeland zusammen. Demnach ist das Amtsgebiet Altdöbern mit dem Altdöberner See, dem Gräbendorfer See und dem Sedlitzer See (Lieske) Anrainer eines vierten Gewässers im Lausitzer Seenland.

 Im Schrotholzhaus Lieske (Gemeinde Neu-Seeland) informierte Simone Kloß über die Geschichte des über 300 Jahre alten Hauses. In dem Objekt macht auch die LR-Tour „Hinter den Türen der Lausitz“ Station. Start zur 30-Kilometer-Runde ist am Mittwoch, 26. Juni, um 9 Uhr. Anmeldungen unter 0355 481555 sind erforderlich.
Im Schrotholzhaus Lieske (Gemeinde Neu-Seeland) informierte Simone Kloß über die Geschichte des über 300 Jahre alten Hauses. In dem Objekt macht auch die LR-Tour „Hinter den Türen der Lausitz“ Station. Start zur 30-Kilometer-Runde ist am Mittwoch, 26. Juni, um 9 Uhr. Anmeldungen unter 0355 481555 sind erforderlich. FOTO: Uwe Hegewald

Für Fahrradausflügler ein nachvollziehbarer Grund, die Nahtstelle mit einem Hoheitskennzeichen zu versehen. Ein Amtswappen wurde in den Uferboden gerammt. Wie vor 50 Jahren, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin am 20. Juli 1969 eine US-Flagge auf den Mond platzierten. Am Sonntag fühlten sich Jürgen Pufe und Horst Junge für einen Moment als Apollo-11-Astronauten, als sie den Punkt markierten, wo das sächsische Tor in die Gemeinde Neu-Seeland führt.

Als Altdöberns Amtsdirektor Frank Neubert im Vorfeld über die Aktion informiert wurde, signalisierte er sofort Bereitschaft, vom Tourismusverantwortlichen in der Amtsverwaltung, Boris Aehnelt, ein Amtswappen ausdrucken zu lassen. Aus biologisch abbaubarem Material geschaffen, soll die neue, wehende „Landmarke“ noch lange vom Ereignis am 2. Juli 2019 berichten.

Möglicherweise trotzt die Fahne noch bis Mittwoch, 26. Juni, der Witterung, wenn die „LR auf Tour“  durchs Lausitzer Seenland führt. „Hinter den Türen der Lausitz“ lautet das Angebot, wenn es auf ausgebauten Radwegen um den Partwitzer, Geierswalder und Sedlitzer See geht. Abfahrt zur rund sechsstündigen Tour (rund 30 Kilometer) ist um 9 Uhr, am Parkplatz B156 in Lieske (Anmeldung unter 0355 481555 erforderlich). Dann vielleicht bei angenehmeren Temperaturen, als beim Neupetershainer Sonntagsausflug, den Horst Buder als „Sahara-Tour“ einstufte. Mit seinem Zusatz, dass der Welzower auch im diesem Jahr wieder Weihnachtsbäume verkauft, konnte er allenfalls zur Unterhaltung beitragen, nicht aber für eine ersehnte Abkühlung.