(uhd) Die Zahlen sprechen für sich: Zehn Bambini-Mannschaften (AK bis 10), zwölf Kinder- (AK 10-14) und acht Jugendmannschaften (AK 15-17) kreuzten am Samstag ihre Strahlrohre beim sportlichen Vergleich in der Königsdisziplin „Löschangriff nass“, mit traditioneller Tragkraftspritzenpumpe TS 8 und standesgemäß beim Nachtlauf im Calauer Ortsteil Zinnitz.

„Bei 30 teilnehmenden Mannschaften ziehen wir generell einen Schlussstrich, obwohl es mehr Anfragen gab. Wir müssen auch den Jugendschutz im Blick behalten und garantieren, dass die Veranstaltung um 22 Uhr beendet ist“, begründete Frank Fiedermann die Starterfeld-Modalitäten. Als Motor der Veranstaltung moderierte er den Wettbewerb unter Flutlicht, für den regelmäßig ein Heer von Helfern benötigt wird. Ohne zuverlässige Unterstützung von Feuerwehren, die Beleuchtungstechnik oder anders Equipment bereitstellten, Wettkampfrichtern, Sponsoren oder dem örtlichen Verein zur Förderung des Feuerlöschwesens und Heimatgedankens Zinnitz könnte der Nachtlauf nicht gestemmt werden, so Fiedermann.

In den Augen der Calauer Stadtjugendfeuerwehrwartin Kathrin Lungwitz zählte das zurückliegende Feuerwehr-Wochenende zu einem der intensivsten des gesamten Jahres. „Am Vormittag haben wir in Schipkau mit einer gemischten Mannschaft mit Teilnehmern aus Bischdorf (2), Boblitz (5) und Zinnitz (2) noch die Leistungsspange abgelegt. Sie ist die höchste Auszeichnung für ein Mitglied der Deutschen Jugendfeuerwehr“, betonte die Zinnitzerin. Vor acht Wochen sei mit dem Training für die anspruchsvolle Prüfung begonnen worden. In der zurückliegenden Woche kam es zu drei Übungseinheiten, die sich auszahlen sollten. „Wir haben alle Disziplinen erfolgreich gemeistert“, so die überglückliche Kathrin Lungwitz. Immerhin gilt es, in den Disziplinen Kugelstoßen, 1500-Meter-Staffellauf, Fragenbeantwortung, Löschangriff und einer Schnelligkeitsübung zu bestehen.

Dass Schnelligkeit keine Hexerei ist, bewiesen die 30 Mannschaften des Nachtlaufes, bei dem die Freiwillige Feuerwehr Bronkow (Amt Altdöbern) zu einem Doppelsieg eilte. Vor den Augen des Calauer Bürgermeisters Werner Suchner und des Kreisjugendfeuerwehrwartes OSL, Fred-Hagen Karzenburg, siegten die Zöglinge von Marko Lehmann bei den Bambinis, wie bei den Kindern. „Das stimmt uns hoffnungsvoll für die Landesmeisterschaften, die im kommenden Jahr in Brandenburg an der Havel ausgetragen werden“, befand Fred-Hagen Karzenburg. Mit den insgesamt vier Titelverteidigern aus Bronkow und Groß Lübbenau sowie vier Mannschaften, die sich beim Kreisfeuerwehrtag (13. Juni, Altdöbern) qualifizieren, könnte der Landkreis OSL bis zu acht Mannschaften zu den Landesmeisterschaften delegieren, hob der Calauer hervor. So gesehen stelle der Zinnitzer Nachtlauf nur ein Sprungbrett für nachfolgende Herausforderungen dar.

Dort durften Wettbewerbsteilnehmer und Zuschauer sogar einer Premiere beiwohnen. „Erstmals geht eine reine Mädchenmannschaft an den Start. Möglich macht das Jennifer Kußmann, die am Vortag ihren Maschinisten-Lehrgang erfolgreich abschließen konnte“, verkündete Frank Fiedermann mit unüberhörbarem Stolz. Dass in diesem Jahr keine „seiner“ Mannschaften einen vorderen Platz belegen konnte, trug er indes mit Fassung. „Wir gewähren anderen Mannschaften den Vortritt. Das zeichnet einen guten Gastgeber aus“, begründete er mit einem Augenzwinkern.

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