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Feuerwehr nur noch auf dem Papier gut besetzt

Ehrung für Sebastian Läser (l.): Nach seiner Beförderung zum Löschmeister durch Ortswehrführer Robert Abt und Amtsdirektor Detlef Höhl (r.) ist er für seine zehnjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt worden.
Ehrung für Sebastian Läser (l.): Nach seiner Beförderung zum Löschmeister durch Ortswehrführer Robert Abt und Amtsdirektor Detlef Höhl (r.) ist er für seine zehnjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt worden. FOTO: uhd1
Altdöbern. (uhd1) Im Beisein von Amtsdirektor Detlef Höhl und Bürgermeister Peter Winzer (beide SPD) ist am Freitagabend die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Altdöbern durchgeführt worden. In seinem Rechenschaftsbericht für das zurückliegende Jahr vermerkte Ortswehrführer Robert Abt 49 Einsätze.

"Gegenüber dem Vorjahr mussten acht Einsätze mehr gefahren werden. Insgesamt sind 970 Einsatzstunden geleistet worden", informierte er.

Als "nicht erfreulich" bezeichnete Abt die Zunahme von Türnotöffnungen, die auch andere Kommunen beklagen. Verantwortlich dafür seien die demografische Entwicklung und die Polizeireform. "Die Polizei versucht immer mehr, bestimmte Bereiche auf die Feuerwehr abzuwälzen. Problem ist, dass gesetzliche Zuständigkeiten nicht vollständig geregelt sind", so der Ortswehrführer. Bei einer der ersten Türnotöffnungen ist die in der Wohnung vermutete Person nur noch tot aufgefunden worden. Dabei handelte es sich um Horst Gäbler, den früheren Wehrleiter von Altdöbern (1969 bis 1979). Er war einer der Lebensretter beim Großbrand 1983 im Chransdorfer Forst. Die Feierlichkeiten zum 120-jährigen Bestehen der Ortswehr und die Durchführung des Kreisfeuerwehrtages (16. Juli 2016) auf dem Sportplatz des SSV Alemannia Altdöbern konnte das Feuerwehr-Urgestein Horst Gäbler nicht mehr miterleben.

64 Mitglieder zählt die Altdöberner Wehr offiziell. Doch die Zahl trügt, sagte Robert Abt. "Sie muss deutlich nach unten korrigiert werden. Blicke ich in Richtung Einsatzbeteiligung, sind wir nur noch knapp 30 Aktive", erklärte er. "Wenn wir ehrlich sind, betrügen wir uns doch selbst und gaukeln der Gemeinde und dem Amt Altdöbern als Träger des Brandschutzes vor, dass wir noch stark besetzt sind. Aber halt nur auf dem Papier." Der Ortswehrführer hielt vor Augen, dass auch die Inaktiven bares Geld kosten. Er sagte: "Bei der freiwilligen Wehr sind Eintritt und Austritt freiwillig. Dazwischen liegen Pflicht und Ernst."