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| 01:27 Uhr

Feuerwehr nach Dauerregen im Nachteinsatz

Lübbenauer Feuerwehrleute haben in der Nacht den Zulauf zur Zerkwitzer Kahnfahrt entkrautet, damit das Wasser vom Kauflandgelände abfließen konnte. Foto: Bilderdienst-Lausitz/rhl1
Lübbenauer Feuerwehrleute haben in der Nacht den Zulauf zur Zerkwitzer Kahnfahrt entkrautet, damit das Wasser vom Kauflandgelände abfließen konnte. Foto: Bilderdienst-Lausitz/rhl1
Lübbenau. Dauerregen hat zwischen Altdöbern, Calau, Vetschau und Lübbenau für Überschwemmungen gesorgt. Bis zu 110 Liter Regenwasser pro Quadratmeter sind in zweieinhalb Tagen in Lübbenau vom WAC und in Buchwäldchen von Hans-Joachim Emmrich gemessen worden. Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und andere Kräfte waren in der Nacht zum Dienstag im Einsatz, um Schäden einzudämmen. Von Ingrid Hoberg, Hannelore Kuschy und Jan Gloßmann

Die starken Regenfälle von Montag- bis Dienstagmorgen führten in den Kanälen besonders in Lübbenau und Calau zu großen Rückstaus. In dieser Größenordnung habe es so etwas seit Bestehen des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Calau (WAC) nicht gegeben, informiert Verbandsvorsteher Klaus Wecke. In der gesamten Altstadt von Lübbenau wie auch in Calau in der Otto-Nuschke-, Jahn-, Karl-Marx-, Altnauer und Gutsstraße habe es erhebliche Probleme gegeben. “Das ist darauf zurückzuführen, dass in der Kläranlage Lübbenau die vierfache Menge der durchschnittlichen Tagesschmutzwassermenge zu behandeln war. In Calau war es sogar die sechsfache Menge„, stellt Wecke fest. Ähnlich sei es auch in Vetschau und Altdöbern gewesen. “In Lübbenau haben wir ab Montag 6.30 Uhr unsere beiden Saugfahrzeuge eingesetzt„, erklärt er. So sei für Entspannung beim Rückstau von Wasser gesorgt worden.

Der Calauer Bürgermeister war am Montagabend bis 23.30 Uhr mit der Feuerwehr unterwegs, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. “Schwerpunkte waren das Mühlenfließ, Altnau, Werchow, Groß Jehser, Mallenchen und Klein Mehßow„, sagt Werner Suchner (parteilos). Bei der SV Calau stehen der halbe Platz, die Gaststätte und Teile des Sanitärgebäudes unter Wasser.

Eine schlaflose Nacht zum Dienstag hatte auch Gerhard Kupsch aus Missen. Sein Grundstück liegt an der Luck-aitz, die durch den vielen Regen flächendeckend über die Ufer getreten ist. “Das Wasser stand bis vor unserer Haustür. Die Feuerwehr hatte uns noch Sandsäcke gebracht, die wir stapelten. Ich selbst hatte vom Hochwasser 1977 noch welche„, erzählt der Missener. Schon am Montagnachmittag habe er viel herumtelefoniert. Doch niemand habe ihm helfen können. Mit einer Mitarbeiterin des Wasser- und Bodenverbandes habe er unterhalb von Missen die Bohlen zweier Wehre gezogen. “Sonst hätten viele Missener Grundstücke unter Wasser gestanden. Vom Verband sei er enttäuscht. “Jahrelang wurden die Fließe hier nicht beräumt„, sagt er. Mehr Hilfe habe er am Montag auch durch das Vetschauer Ordnungsamt erwartet. Schließlich habe Ortsvorsteher Sven Pietrus die Feuerwehr alarmiert, denn gegen 19 Uhr sei das Wasser immer höher gestiegen. Nach Angaben von Stadtbrandmeister Holger Neumann haben sich die Wehren Vetschau, Stradow, Missen, Gahlen, Ogrosen und Göritz zwischen 19.45 und 9 Uhr morgens abgelöst und Wasser zurück in die untere Luckaitz gepumpt.

Pumpen mussten auch in Lübbenau durch die Vermieter WiS und GWG vor allem in der Neustadt eingesetzt werden, um vollgelaufene Keller zu entlasten. “Unsere Leute kämpfen gegen Windmühlenflügel„, sagte Uwe Radnick, Chef-Hausmeister der WiS. Aus dem feuchtegesättigten Boden drückt Wasser immer wieder in die Keller nach. Bei der GWG mussten gegen 22 Uhr die Aufzüge abgeschaltet werden, da sich die Maschinenräume vollgelaufen waren. Beide Vermieter haben zusätzliche, flach saugende Pumpen geordert. Mitarbeiter seien zudem dabei, Schäden zu registrieren.