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| 16:58 Uhr

Musik und Konzert
Feste Größe im Kulturleben

Das Lübbenauer Akkordeon-Orchester „Fröhliche Spreewälder“.
Das Lübbenauer Akkordeon-Orchester „Fröhliche Spreewälder“. FOTO: Judith Neumeister
Lübbenau. Lübbenauer Akkordeon-Orchester bereichert Veranstaltungen schon seit 20 Jahren.

Das Hotel Spreewaldhafen in Raddusch wird am 17. März Schauplatz sein für das wohl längste Konzert eines Akkordeon-Orchesters in der Region im Jahr 2018. In mindestens fünf 45 Minuten-Blöcken werden voraussichtlich mehr als 20 Akkordeonspieler fast ihr ganzes Repertoire abrufen. Es kann getanzt werden bis zum Abwinken. Rund 60 Stücke – von Tango und Polka über Walzer und Cha-Cha-Cha bis hin zu Rock und Schlager – werden gespielt. Ulrike Steinki gerät schon jetzt ins Schwärmen und ist voller Vorfreude, wenn sie davon erzählt.

Jedes Jahr veranstalte man diesen Tanzabend, um sich bei den Eltern der Musiker für ihre Unterstützung zu bedanken. Gern sehe man aber auch neue Gesichter, sagt Ulrike Steinki. Wer sich für die „Fröhlichen Spreewälder“ interessiert, sei willkommen. Zum anderen bietet die Veranstaltung Gelegenheit, musikalisch auch Mal aus dem Vollen schöpfen zu können. In den zwanzig Jahren, die es die „Fröhlichen Spreewälder“ nun schon gibt, sei viel einstudiert worden. Schon unter ihrem Vorgänger Walter Psaar, erzählt Ulrike Steinki. Doch oftmals werde bei den öffentlichen Auftritten des Orchesters nur das gespielt, was bekannt ist. Die Annemarie-Polka zum Beispiel.

An öffentlichen Auftritten haben die Akkordeonspieler nicht wenige hinter sich. Das Orchester gehört längst zum kulturellen Inventar der Spreewaldstadt. Fast selbstverständlich, so die Leiterin, sei man dabei beim alljährlichen Spreewaldfest-Kahnkorso. Feste Termine sind auch die Auftritte in der Vorweihnachtszeit. An den ersten beiden Advendswochenenden ertönt im Großen Spreewaldhafen Akkordeonmusik, wenn Kahnfährgenossenschaft und Freilandmuseum zur Spreewaldweihnacht einladen. Die Interessengemeinschaft Altstadt Lübbenau (IGEA) hat die „Fröhlichen Spreewälder“ für den Weihnachtsmarkt am dritten Advent gebucht. In diesem Jahr durfte man außerdem einen der Kähne besetzen beim Kahn-Korso des Landeserntefestes im September in Raddusch. Eindruck gemacht haben auch die Auftritte mit den befreundeten Blasmusikern der „Academia Sons & Harmonia“ aus Portugal im Sommer diesen Jahres in Lübbenau.

Diese öffentlichen Auftritte seien sicher auch ein Anreiz für die Akkordeonisten, dem Orchester über viele Jahre die Treue zu halten. Jedes der 29 Mitglieder hat im Grundschulalter in der Musikschule Fröhlich angefangen, Melodika zu spielen. Erst Walter Psaar, ab 2009 dann Ulrike Steinki haben die Musikschüler dann auch zu den Orchester-Proben eingeladen und die Perspektive eröffnet, sich hier einen festen Platz zu erspielen.

„Wir sind wirklich eine eingeschworene Gemeinschaft“, sagt die 32-jährige Wahl-Lübbenauerin aus Berlin. Man probe ja nicht nur regelmäßig zusammen und trete gemeinsam auf. Es gebe eben auch den Tanzabend jedes Jahr und gemeinsame Ausflüge, zum Beispiel ins Schullandheim in Niemtsch am Senftenberger See.

Wie sehr die Ensemble-Mitglieder all das zu schätzen wissen, beweist ihre Treue zu den „Spreewäldern“. Selbst aus Stuttgart und Frankfurt/Main, aus Berlin, Dresden und Leipzig sowieso, findet man sich zu den Proben alle zwei Wochen ein. Freitagabend und Samstagvormittag, jeweils zwei, beziehungsweise drei Stunden, wird bei Ulrike Steinki zu Hause musiziert.

Natürlich hat Ulrike Steinki auch ein wirtschaftliches Interesse daran, das musikalische Leben in Lübbenau zu bereichern. Sie leitet hier seit 2009 auch die Musikschule Fröhlich. In vier Grundschulen in Lübbenau, Calau und Vetschau stellt sie ihr Angebot regelmäßig vor und gibt Unterricht. Nachwuchsprobleme gebe es bei ihr nicht, sagt sie. Allerdings seien es mal mehr, mal weniger Jungen und Mädchen, die sich auf der Melodika ausprobieren wollen.

Aus Sicht der Musiklehrerin lohne sich der Versuch in jedem Fall. Das Musizieren verbessere Motorik und Konzentration, auch die Teamfähigkeit. Jeder Auftritt sei ein Erfolgserlebnis. Beim Jubiläumskonzert von Orchester und Musikschule im Oktober in der Jenaplanhaus-Aula in Lübbenau konnten alle Musikschüler ihr Können unter Beweis stellen, Außerdem werde die Grundlage gelegt, sich später auch an andere Tasteninstrumente herantrauen zu können. Nichts dagegen natürlich hat Ulrike Steinki, wenn ihre Schüler später dem Akkordeon die Treue halten und die „Fröhlichen Spreewälder“ unterstützen.