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| 16:27 Uhr

Aufregung am Mittag
Baumelndes Objekt schockt Calau

 Makaberer Anblick: Eine Puppe am Fernsehturm sorgt bei vielen Menschen für Entsetzen.
Makaberer Anblick: Eine Puppe am Fernsehturm sorgt bei vielen Menschen für Entsetzen. FOTO: privat
Calau. Am Donnerstag baumelete am Calauer Fernsehturm ein Objekt, welches auf den ersten Blick wie ein Mensch aussah. Geschockt reagierten einige Calauer, die Polizei war zunächst irritiert. Was war da los? Von Philipp Brendel

Was baumelt denn da am Fernsehturm? Ein abgestürzter Fallschirmspringer, ein verunglückter Fassadenkletterer oder gar eine Leiche? Calauer Bürger waren am Donnerstag zunächst geschockt, als sie den Blick gen Fernsehturm richteten.

Bei näherem Betrachten sah man dann eine Puppe am Seil. Hatte sich jemand einen üblen Scherz erlaubt und „Chucky – die Mörderpuppe“ aus dem gleichnamigen Horrorfilm aufgehängt?

Sicherheitsübung am Calauer Fernsehturm

Auf RUNDSCHAU-Nachfrage stellt sich dann heraus, dass es sich bei der Aktion am Donnerstag zwischen 10.30 und 15 Uhr um eine Sicherheitsübung handelte, die der Schulung von Arbeitern auf Hochplattformen dient. Organisiert wird diese Übung von der BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH Dresden, die ein Anbieter von Sicherheitsszenarien ist. Leiter des simulierten Rettungseinsatzes in Calau war Jürgen Stolz.

„Arbeiter von verschiedenen Telekommunikationsfirmen müssen einmal im Jahr durch eine solche Rettungsübung geschult werden“, sagt Stolz. Dadurch sollen sie befähigt werden, im Notfall eine vom Absturz bedrohte Person entsprechend zu sichern und zu retten. Dabei gäbe es verschiedene Formen der Rettung. „Ein Verunfallter kann auf die entsprechende Hochplattform geborgen oder auch nach unten hin abgelassen werden.“ Diese Sicherheitssimulationen werden – wie auch am Calauer Fernsehturm – mit einer Rettungspuppe, einem sogenannten Dummy, durchgeführt.

Calauer Polizei irritiert

Solche Sicherheitsübungen müssen über die Rettungsdienststellen angemeldet werden, sodass Feuerwehr und Polizei über entsprechende Maßnahmen vorinformiert sind. Dennoch komme es immer wieder zu Missverständnissen, da Querverweise unter den entsprechenden Rettungsleitstellen nicht oder nur unzureichend erfolgen. So hat sich auch die Polizei vor Ort in Calau über die entsprechende Übung zunächst irritiert gezeigt, sagt Stolz. Auch in den sozialen Netzwerken kursierten kurzweilig Gerüchte über die nicht direkt als solche erkennbare Dummypuppe.

Calaus Bürger können nun durchatmen. Der Spuk war nach etwa fünf Stunden wieder vorbei.