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Feriendorf am Gräbendorfer See

Schwimmende Häuser am Südufer des Geierswalder Sees: Vorbild für Laasow und den Gräbendorfer See?
Schwimmende Häuser am Südufer des Geierswalder Sees: Vorbild für Laasow und den Gräbendorfer See? FOTO: Matthias Hiekel (LR-COS-REM-120)
Laasow. Ist das nun die Zukunft von Laasow? Diese Frage mochte sich am Donnerstag im alten Konsum die halbe dort versammelte Dorfbevölkerung stellen. Konzeptentwickler Eckbert Flämig wartete dort mit einer fast futuristisch anmutenden Präsentation auf. Daniel Preikschat

Eine Art zweites Laasow warf der Video-Beamer an die kahle Wand. 54 schmucke Ferienhäuschen mit Namen wie "Lodge", "Nevada" oder "Newbay", umgeben von Grüninseln, Spielwiesen, Sportanlage und Grillplätzen. Dazu ein kleiner Radweg, der sich durch das Feriendorf schlängelt.

Teil dieses von der Projektentwicklung Dr. Flämig für die Berliner Firma "Floating House" entworfenen "Resorts Möweninsel" sind weitere 20 schwimmende Häuser auf dem Gräbendorfer See. Bis Jahresende sollen am schon vorhandenen Steg vier Häuser verankert sein, weitere 16 Häuser werden 2018 an einem neuen Steg parallel zum Ufer angedockt, der 190 Meter lang ist.

Mit diesen schwimmenden Häusern scheinen die Laasower jedoch weit weniger Probleme zu haben als mit den Häusern an Land. Zumindest ließen am Donnerstag im alten Konsum die zahlreichen Wortmeldungen darauf schließen. Viel zu groß geraten für ein Dorf mit nur 180 Einwohnern fanden unter anderen Ortsbeirat Gerd Jahn und Peter Jurahn die Planung. Die rund 200 Feriengäste, die laut den Planerschätzungen allein die Häuser an Land bewohnen sollen, würden das Verkehrsaufkommen im Ort enorm erhöhen. Damit, so Jahn, werden die Häuser im Dorf abgewertet.

Aus Sicht des Laasower Künstlers Willi Selmer würde auch der See an Wert verlieren, wenn das Feriendorf in geplanter Größe gebaut wird: "Die Dimension dieser Anlage macht die Attraktivität des Sees kaputt." Dabei sei die Badesaison am See nur eineinhalb bis zwei Monate lang. Ein Mitglieder Feuerwehr im Ort sah noch ein Problem: Einsatzfahrzeuge kämen im Brandfall auf den schmalen Wegen im Feriendorf nicht bis an die Häuser heran.

Vor allem Ortsvorsteherin Ina Mütze sprach aber auch Vorteile an, die sich für Laasow ergeben könnten. So könnten geplante Sport- und Minigolfanlagen von den Laasowern genauso mitgenutzt werden wie Grill- und Spielplätze. Zu schweigen vom neuen Strand, der angelegt wird. Es handle sich um eine "offene Anlage", betonte Eckbert Flämig.

Apropos Nutzen. Die Stadt Vetschau, sagte auf Nachfrage Bauamtsleiter Sven Blümel, bekomme jährliche Pacht und Steuereinnahmen. Arbeitsplätze freilich entstünden nicht im großen Stil. Etwa 20, schätzt Planer Flämig, die der Betreiber aber wohl mitbringt.

Von einer Überdimensionierung der Anlage kann nach Ansicht des Konzeptentwicklers keine Rede sein. Der derzeit gültige Bebauungsplan lasse auf der 24 000 Quadratmeter großen Fläche 24 Häuser mit 96 Wohneinheiten und fast 400 Gästebetten zu. "Floating House" nun will 54 Häuser bauen lassen mit nur 54 Wohneinheiten und etwas über 200 Gästebetten. Hinzu komme noch ein Appartement mit voraussichtlich weiteren 34 Zimmern. 1000 Quadratmeter würden damit versiegelt, zulässig seien sogar 1900 Quadratmeter. Um diese Vorstellungen umsetzen zu können, müsse der B-Plan geändert werden. Ziel sei, das Resort bis 2019 in Laasow zu bauen.

"Angst vor eine Investruine", griff Flämig einen kritischen Hinweis auf, müsse in Laasow niemand haben. 2018 werde sich herausstellen, ob die Ferienhäuser von Touristen auch angenommen werden. sollte dies nicht der Fall sein, könne die Siedlung auch noch verkleinert werden.

Zum Thema:
Bei den für Laasow vorgesehenen Häusern handelt es sich nach Planerangaben um Mobilheime mit 60 bis 70 Quadratmetern Größe und Terrasse, die auf einer Chassis aufliegen und mit dem Traktor bewegt werden können. Die ähnlich großen schwimmenden Häuser haben Betonponton-Fundamente und werden in den Niederlanden vorgefertigt, die Einzelteile von dort mit dem Lkw in die Lausitz transportiert. Die Balkone sind in Richtung See ausgerichtet. Der Abstand zwischen den Häusern beträgt sechs Meter.