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| 18:19 Uhr

Jugendsozialprojekt
Fairplay in der Grotewohl-Turnhalle

 Rund 300 Schüler aus Lübbenau haben in der Turnhalle in der Grotewohlstraße nicht nur viele Tore geschossen, sondern auch den Fairplay-Gedanken beherzigt.
Rund 300 Schüler aus Lübbenau haben in der Turnhalle in der Grotewohlstraße nicht nur viele Tore geschossen, sondern auch den Fairplay-Gedanken beherzigt. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Hunderte Schüler haben in Lübbenau Spaß an Fußball ohne Foulspiel. Von Daniel Preikschat

Komische Ergebnisse kamen am Donnerstag beim großen Hallenfußballturnier in Lübbenau zustande. Und die Namen der Teams, die da auf den drei kleinen Spielfeldern gleichzeitig Vier gegen Vier ohne Torwart gegeneinander antraten, waren auch eigenartig. So trennten sich zum Beispiel die „Meisterkicker“ aus der Jenaplanschule und die „Schnellen 4“ aus der Traugott-Hirschberger-Grundschule 4:2/6:6. Einer der 16 Helfer in der Halle klärte auf: 4:2 ist das Ergebnis nach Toren, 6:6 die Fairplay-Wertung. Wobei jedes Team mit sechs Fairplay-Punkten ins Spiel geht, es dann aber eben Punktabzüge geben kann. Die „Meisterkicker“ und die „Schnellen 4“ also beispielsweise waren ganz vorbildlich.

Lübbenau war zum zweiten Mal Gastgeber für das Fairplay-Soccerturnier, das die Deutsche Soccer Liga alljährlich veranstaltet. Ein guter Gastgeber, wie Tourleiter Marcus Frey einschätzt. Die Halle in der Otto-Grotewohl-Straße sei gut geeignet, sämtliche Schulen in der Stadt entsenden ausreichend Teams, und im Paul-Fahlisch-Gymnasium können die Turnier begleitenden Workshops stattfinden. Fairplay, das vermitteln die Referenten, sei auch im Alltag, bei Finanzgeschäften oder bei der Integration Geflüchteter wichtig. Etwas, das auch Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) zur Eröffnung ansprach, bevor um 9 Uhr der Anpfiff ertönte. Wenzel war auch schon im Februar bei der Pressekonferenz für das Turnier  dabei, ebenso wie Ex-Fußballprofi René Tretschok. Fairplay, hieß es da, sei Ausdruck einer inneren Haltung, die Menschen Vielfalt achten und sich die Hände reichen lässt, auch außerhalb des Spielfeldes.

So wurde denn den ganz Tag gekickt in der Halle, ohne dass sich die Spieler ein Bein stellten, sich ansprangen, anstießen oder gar schlugen. Wen es mit dem Ball an die Bande verschlagen hatte oder in die Ecke, der wurde nicht eingeklemmt und bedrängt. Nur gelegentlich wurde dagegen verstoßen, was sogleich Punktabzug bedeutete. Benimmregeln gab es aber auch für Fans. Betreuer, die zum Foulspiel auffordern, reklamieren, beleidigen oder sonst irgendwie negativ Einfluss nehmen, können vom Turnier ausgeschlossen werden. Nachzulesen war das auf unübersehbar großen Tafeln gleich im Eingangsbereich.

In den vier Altersklassen, so Frey, treten 70 bis 80 Teams an, soweit sich das am späten Vormittag schon sagen ließ. Die besten drei Teams jeder Altersklasse sind am 6. Mai beim Landesausscheid bei Tropical Islands dabei. Ebenso wie die Top-Teams, die in dieser Woche auch bei Hallenturnieren in Cottbus und Finsterwalde ermittelt wurden. Das Bundesfinale schließlich wird am letzten Juli-Wochenende in Prora auf Rügen ausgetragen. Alle ostdeutschen Bundesländer sind dabei sowie Berlin. Es handle sich um eines der größten Jugendsozialprojekte in Deutschland, das unter anderem die Sparkasse und die brandenburgische Sportjugend unterstützen, sagt der Tourleiter. Vergangenes Jahr beteiligten sich 22 000 Jugendliche.

Am Donnerstag in Lübbenau gehörte auch Benjamin Wepprich von der Oberschule Ehm Welk zu den Lehrern, die ihre Schüler begleiteten. „Die Stöcker“ und „No Names“ haben die Siebtklässler ihre Teams genannnt, so der Lehrer für Sport, Kunst und LER. Für ihn ist das Fair-Play-Turnier eine gute Sache, weil es den sozial-integrativen Umgang der Schüler untereinander fördert. Zum einen, zum anderen wird den Schülern bei diesen Fairplay-Fußballspielen verdeutlicht, wie wichtig Regeln sind – und deren Einhaltung.