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Ex-Lübbenauer steht ab Oktober in Thailand vor Gericht

Phuket/Lübbenau. Der ehemalige Lübbenauer Nico P. muss sich ab Oktober in Phuket vor Gericht verantworten. Das berichten lokale Medien. Der Fitness-Trainer soll seine thailändische Freundin ermordet haben. Neue DNA-Spuren erhärten den Verdacht. bob

Wie die Phuketnews in ihrer Online-Ausgabe berichten, soll der Fall des 36-jährigen Deutschen "Anfang Oktober" vor Gericht verhandelt werden. Niko P. bleibe bis dahin weiter in Haft und erwarte seinen Prozess, wird ein örtlicher Polizeisprecher zitiert.

Der unter Mordverdacht stehende ehemalige Lübbenauer (36) hatte Mitte Juli die Tat gestanden. Er habe nach längerem Verhör zugegeben, seine 35-jährige Freundin im Badeort Phuket erwürgt zu haben, sagte ein Polizeisprecher. Zunächst hatte er dies bestritten, bei der Verhaftung durch die Polizei allerdings versucht, sich das Leben zu nehmen. Nach einer Behandlung im Krankenhaus und einer Vor-Ort-Befragung im Dschungel von Phuket hatte P. dann aber doch ein Geständnis abgelegt.

Die Frau war seit dem 1. Juli vermisst worden. Acht Tage später wurde ihr Leichnam im Dschungel gefunden. Die Polizei hatte bald ihren deutschen Freund im Verdacht. Als Mordmotiv ist Eifersucht möglich.

Die Polizei hat den Tatverlauf bisher so rekonstruiert: Der 36-Jährige stieg nach einem Streit auf seine Freundin und würgte sie, bis sie sich nicht mehr bewegte. Dann verließ er die Wohnung, um sich Zigaretten zu holen. Als er zurückkam und seine Freundin immer noch reglos fand, versuchte er offenbar die Tat zu vertuschen. Er legte sie wie schlafend ins Bett. Verwandten, die zu Besuch kamen, sagte er, seine Freundin habe Medikamente genommen und schlafe.

Erst nach zwei Tagen habe er die Leiche schließlich in Plastiktüten verpackt und mit einem Leihwagen in ein entlegenes Waldstück gefahren. Dort ließ er den Leichnam zurück, der im Dschungel von Phuket rasch zerfiel.

Auf die Spur kam die Polizei dem Ex-Lübbenauer anscheinend durch die GPS-Signale des Leihwagens, die sie zum Ort der Leiche führten.

Neue DNA-Spuren sollen nun den Verdacht gegen den Deutschen erhärtet haben. Sowohl in seinem Auto als auch in dem Bett habe man Spuren der DNA der Ermordeten gefunden. Die zusätzlichen forensischen Untersuchungen seien vom Gericht angefordert worden, so der Polizeisprecher.