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| 12:12 Uhr

Ex-Lübbenauer gesteht Mord in Thailand

FOTO: Gerhard Seybert
Update | Phuket/Lübbenau. Der Ex-Lübbenauer, der in Thailand seine Freundin ermordet haben soll, hat nun doch ein Geständnis abgelegt. Das bestätigt die Polizei in Phuket. bob/dpr/mit dpa

Neue Wendung im Mordfall von Phuket: Der unter Mordverdacht stehende ehemalige Lübbenauer (36) hat nun doch die Tat gestanden. Er habe nach längerem Verhör zugegeben, die 35-Jährige im Badeort Phuket erwürgt zu haben, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Zunächst hatte er dies bestritten. Ihm soll nun in Thailand der Prozess gemacht werden.

Die Frau war seit dem 1. Juli vermisst worden. Acht Tage später wurde ihr Leichnam im Dschungel gefunden. Die Polizei hatte bald ihren deutschen Freund im Verdacht. Als der Mann festgenommen werden sollte, schnitt er sich mit einem Teppichmesser in die Kehle. Wegen des Suizidversuchs kam er ins Krankenhaus. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, dass er unschuldig sei.

Nach Angaben des Polizeisprechers wurde der Ex-Lübbenauer am Montag aus der Klinik entlassen und verhört. Dabei habe er das Geständnis abgelegt. Lokale Meiden berichten, dass die Polizei den Mord mit dem Ex-Lübbenauer nachgestellt hatte. Zunächst waren sie mit dem Verdächtigen in die Wohnung gefahren, in der auf einer Matratze Blutspuren gefunden worden waren. Anschließend ging es in den Dschungel, wo die Leiche der 35-Jährigen gefunden worden war.

Inzwischen sitzt der 36-Jährige in Untersuchungshaft. Wann der Prozess beginnt, stand noch nicht fest. Unklar war zunächst auch, ob er wegen Mordes oder vorsätzlicher Tötung angeklagt werden soll. Auf Mord stehen in Thailand zwischen 15 Jahren und lebenslanger Haft. Möglicherweise handelte er aber auch im Affekt.

Lokale Medien berichteten von einem Interview, das der 36-Jährige im Krankenhaus gegeben haben soll. Darin sprach er von einer Geldsumme, die er seiner Freundin geliehen habe. Sie seien seit drei bis vier Monaten in einer losen Beziehung. Dann habe sie ihm plötzlich gestanden, nichts mehr von ihm wissen zu wollen und stattdessen zu ihrem israelischen Ex-Freund zurückkehren zu wollen. Der Ex-Lübbenauer war im vergangenen Jahr nach Thailand gezogen und hatte dort die Frau kennengelernt. Nach Angaben von Nachbarn gab es zwischen den beiden immer wieder Streit, der Deutsche wurde als eifersüchtig beschrieben.

Nach RUNDSCHAU-Recherchen war der 36-Jährige Fitnesstrainer. Im Atlanta 2000, dem einzigen Fitness-Studio in Lübbenau, war er allerdings nie als Trainer beschäftigt gewesen, so ein Mitarbeiter. Dem Vernehmen nach habe er in seiner Lübbenauer Zeit nur in privaten Krafträumen Kunden trainiert, sei aber für den Beruf nicht ausgebildet worden. In Thailand könne im Prinzip jeder ohne Weiteres ein Studio eröffnen.