„Das könnte uns richtig Probleme bringen“ , räumt Dipl.-Med. Hendrik Karpinski ein, Chefarzt und Geschäftsführer des Klinikums ein. „Wir werden unseren Personalbedarf und die entstehenden Kosten errechnen“ , kündigt der Geschäftsführer an. Eine halbe bis eine drei viertel Million Euro zusätzlicher Ausgaben dürften in etwa entstehen. Neue Ärzte müssten eingestellt werden, schätzt Karpinski, der auf den Ärztemangel in der Region hinweist. Er fragt sich, woher Geld und Personal kommen sollen und nennt ein Beispiel: zwölfstündige Bereitschaftsdienste am Wochenende müssten in Arbeitsschichten gestückelt, entsprechend mehr Ärzte eingesetzt werden. Dabei findet es der Geschäftsführer eigentlich begrüßenswert, dass die enorme Arbeitszeitbelastung der Ärzte publik wird. Doch eine Umwandlung von Bereitschaftsdienst in Arbeitszeit von heute auf morgen sei „praxisfern“ . Im Klinikum Niederlausitz sei es gelungen, Dienste dadurch zu reduzieren, dass externe Ärzte Aufgaben des Klinikums übernehmen.
„Die Richtung stimmt schon“ , sagt Dr. Wolfram Kinze, Leitender Chefarzt der Landesklinik Lübben. Sie stimme deshalb, „weil die Belastungen im Bereitschaftsdienst gewachsen sind. Es kann nicht sein, dass beispielsweise übermüdet operiert werden muss“ , betont der Chefarzt. Bisher seien in der Landesklinik Lübben genügend Ärzte an Bord. Bei einer Angleichung an die EU-Richtlinien brauche man mehr Personal. (dpr/red)