(peb) Seit acht Wochen klingelt nahezu täglich Koch Toni Blumöhr an der Tür der Vetschauer Kita „Zauberland“. Er bringt das Mittagessen für die etwa 30 Kinder der Einrichtung, welches er in der Göritzer Bauernküche kurz vorher zubereitet hatte.

Die Kinder können es kaum erwarten, einen Blick in die dampfenden Behälter zu werfen und mal zu schnuppern. „Heute gibt es Gemüseeintopf!“, ruft ihnen der Koch zu.  „Mmh, lecker!“, kommt vielstimmig als Antwort zurück. Die Erzieherinnen berichten, dass sich mit dem neuen Lieferanten die Qualität des Essens deutlich verbessert hat. In einer vorbereitenden Versammlung hatten sich alle Eltern für den Wechsel entschieden, auch wenn die Essensbeiträge nun teurer geworden sind.

Die Göritzer Bauernküche beliefert die Kindereinrichtung auch mit Frühstück und Vesper. Die Eltern haben sich dafür entschieden, weil es ihnen Zeit und Arbeit erspart, aber auch weil damit die Unterschiede in der Frühstücks- und Vesperzusammensetzung aufgehoben werden. Statt einem Zuckerriegel, von manch eiligen Eltern schnell mal zugeschoben, gibt es jetzt ein ausgewogenes gesundes Frühstück für alle – niemand schaut mehr neidvoll auf die Süßigkeit des anderen.

Der Hauptgrund des Wechsels zu einem anderen Essenversorger liegt neben der Qualität auch in einem veränderten Umweltbewusstsein. Der Geschäftsführer der Göritzer Agrar GmbH, Thomas Goebel: „Es wird immer stärker erkannt, dass regionale Produkte eben auch kurze Wege bedeuten. Umweltschutz fängt im Kleinen an, etwa bei der Einsparung von Kraftstoff. Und unsere Produkte kommen, wenn nicht von uns, dann von Feld und Stall unserer Nachbarerzeuger. Wir sind zertifiziert, denn mindestens 60 Prozent kommen aus der Region. Mehr wäre schön, geht aber praktisch nicht – Stichwort Nudeln oder Reis. Aber auch da achten wir auf gesunde Waren.“

Der Geschäftsführer freut sich über kürzlich eingegangene Nachfragen einer anderen örtlichen Kindereinrichtung. „Dieser Prioritätenwandel von der Cent-Rechnerei zu Qualitäts- und Umweltfragen zeugt von einem Umdenken. Schließlich haben die ganz Kleinen noch ein sehr langes Leben vor sich. Der gesunden Ernährung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Wir als Lieferanten tragen gern diese Verantwortung und sind gern ganz vorn dabei, wenn es um Qualität, wenn es um Schutz unserer Umwelt geht“, ergänzt Thomas Goebel.

Zum Konzept der Kita gehört es wiederrum, den Kindern zu zeigen, wo ihr Essen letztlich herkommt. Immer wieder unternehmen sie Ausflüge auf die Felder, sie sehen, welche Mühen es macht, beispielsweise Gemüse zu ernten. Sie sehen den Aufwand und die schwere Arbeit.